„Die Feuerzangenbowle“
Autor: Heinrich Spoerl
248 Seiten / geb. Ausgabe
ISBN: 377002138X
Verlag: Droste

Erfolgs-Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer (mit drei f!) plaudert abends bei einer Feuerzangenbowle mit Freunden darüber, dass er die normale Schule nie kennengelernt hat. Er besuchte keine, da er durch einen Privatlehrer erzogen wurde. So beschließt er, noch einmal die Schulbank zu drücken. Das hat turbulente Folgen…

Jeder kennt den Film mit Heinz Rühmann, also, jeder außer mir. Ich bin bisher bei beiden Versuchen, den Film zu schauen, eingeschlafen. Irgendwann klappt das bestimmt mal. Zum 75. Geburtstag der Verfilmung gab es 2019 vom Droste Verlag eine Neuauflage mit dem Originaltext von 1933 und noch dazu in diesem schönen Leinencover.

Die Geschichte selbst ist ja recht schnell erklärt. Hans Pfeiffer lauscht wehmütig den Erzählungen seiner Freunde aus deren Gymnasialzeit und nach entsprechend viel Feuerzangenbowle ist der Entschluss gefasst, dass er diese verpasste Zeit nachholen muss.

So kommt Hans ans Gymnasium Odernitz und erlebt die Streiche, die die Primaner ihren Lehrern spielen, nicht nur aus der Sicht eines Teenagers sondern ist sich auch der Konsequenzen bewusst, die diese Streiche für die Lehrer nach sich ziehen. So plagt ihn doch ab und zu das schlechte Gewissen.

Die Figuren sind schrullig bis liebenswert und die Geschichten lustig und unterhaltsam. Hätte Spoerl den damals normalen Sexismus einfach außen vor gelassen, dann wäre das Buch für mich als weibliche Leserin ein voller Erfolg gewesen. So hinterließen manche Äußerungen der Figuren doch einen schlechten Nachgeschmack und verhinderten die volle Punktzahl.

„Die Feuerzangenbowle“ und die Streiche der Primaner unterhalten bis zur letzten Seite. Als Produkt der damaligen Zeit sieht man sich natürlich mit dem damals existenten Sexismus konfrontiert, der an einigen Stellen schon arg extrem war. Wie gut, dass die Welt sich seitdem etwas weiterbewegt hat und wir im Heute angekommen sind.


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5 Comments on “Spoerl, Heinrich – Die Feuerzangenbowle

  1. Ich habe nur den Film gesehen. Ich habe auch keine besonders extremen sexistischen Bemerkungen in der Erinnerung. Aber ich denke, dass das ja nur den Zeitgeist wiedergibt. Immer noch werden viele Geschichten geschrieben und gefilmt, in denen Frauen ausgenutzt und vergewaltigt werden … und natürlich beschimpft. Ich bin nicht so sicher, dass sich da so viel in den Köpfen geändert hat. Vieles wird nur nicht mehr öffentlich gesagt. Aber Männer unter sich ….. und auch Frauen unter sich, da geht auch so Einiges ab.
    Manchmal denke ich, dass nicht so viel in der Richtung gezeigt werden sollte, denn es verliert dann seinen Schrecken und wird fast normal.

  2. Aaaachja. Die Feuerzangenbowle – immer ein gemeinschaftliches Highlight im Hause Wendt. Da fällt mir direkt auf, dass ich den schon ewig nicht mehr gesehen habe…. Allerdings haben es viele der erheiternden Kommentare ins heimische Repertoire geschafft und werden beständig verwendet. 😀
    Dass dir der Sexismus sauer aufstößt, kann ich nachvollziehen, ist mir so im Film aber gar nicht allzu präsent im Kopf geblieben. Die Ausgabe hier finde ich jedoch sensationell schön, so dass ich sie unbedingt einziehen lassen möchte. ♥

    Liebste Grüße!
    Gabriela

    • gut möglich, dass das im Film gar nicht angesprochen wird. Im Buch waren es so Äußerungen am Rande, wo ich mir echt so manches mal dachte WTF?!

      Die Ausgabe hier ist auch wirklich toll, nicht nur außen sondern auch innen. Lohnt sich definitiv, sie als Schmuckstück fürs Regal zu kaufen. 🙂

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