„Tiamats Zorn“
Originaltitel: Tiamat’s Wrath
Autor: James S. A. Corey
608 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3453319435
Verlag: Heyne
[Werbung, da Rezensionsexemplar]

Das Tor in die Zukunft der Menschheit wurde aufgestoßen. Weit über tausend Welten sind auf einen Schlag erreichbar geworden. Auf einer von ihnen hat ein Mann namens Duarte ein Regime errichtet, mit dem er nun den Rest der Galaxis unterwerfen will. Nichts scheint ihn aufhalten zu können – selbst das Sonnensystem hat er bereits unter Kontrolle. Doch seine Tochter hat Geheimnisse, von denen Duarte nichts weiß, während die Crew der Rosinante einen gefährlichen Untergrundkampf gegen Duartes Imperium beginnt …

Von vielen Fans lang erwartet, der 8. Band der Expanse-Reihe in deutscher Übersetzung. Soviel sei gesagt, wir sind jetzt an einem Punkt in der Reihe angelangt, an dem Verluste ein Teil der Geschichte sind. Es wundert also nicht, dass wir mit einer Beerdigung beginnen. Wie bereits im vorherigen Band ist die Crew der Rosinante getrennt unterwegs und wir folgen Bobbie, Naomi und Alex in einzelnen Kapiteln. Elvi Okoye, der wir bereits in Cibola brennt begegnet sind, bekommt hier ebenfalls eigene Kapitel. Wir begleiten sie bei ihrer Forschung und Suche nach dem Schicksal der Erbauer des Protomoleküls und jenen, die sie damals ausgerottet haben. Dabei wünschte ich mir jedoch wesentlich mehr Antworten, als ich tatsächlich bekam. Die Autoren genießen es offenbar, ihre Leser zu quälen. Die letzte Perspektive im Buch bekommt Teresa Duarte, vierzehnjährige Tochter von Winston Duarte.

Ich muss gestehen, dass Winston Duarte in diesem Band einiges von seiner beeindruckenden Persönlichkeit verliert. Bereits in Persepolis erhebt sich war klar, dass er zu Größenwahn neigt. Während Jim Holden davon überzeugt war, dass Duarte seine Tochter liebte, so war mein Eindruck ein ganz anderer. Von echter Liebe habe ich hier nichts gespürt. Eher hatte ich das Gefühl, Teresa war nur Duartes langfristiges Ziel, eine ‚Thronerbin‘ zu erschaffen, die ihm folgte, sollte ihm was passieren. Dass Duartes Experimente mit dem Protomolekül sich dann schlussendlich gegen ihn wandten, fand ich eher unspektakulär, auch wenn ich neugierig bin, wie sich das in Band 9 auflösen wird. Für Teresa selbst hatte ich eher sehr viel Mitleid, weil ihr Leben einfach so anders war als das eines normalen Teeangers. Ihre Einsamkeit war deutlich spürbar, aber auch ihre Wut über die späteren Ereignisse. Es wird sicherlich interessant sein, ob sie im nächsten Band noch eine Rolle spielen wird und wenn ja, welche.

Die Kapitel von Naomi, Alex und Bobbie gingen mir extrem nahe. Diese Figuren sind mir ans Herz gewachsen. Ihre Einsamkeit, ihre Ängste, Verluste und Trauer, sind meine Gefühlen gewesen beim Lesen.

Eines ist ziemlich klar, die Autoren haben keinerlei Probleme damit, nach dem Motto ‚kill your darlings‘ zu schreiben. In Tiamats Zorn muss der Leser sich von einigen verabschieden. Aber auch ganze Stationen und Schiffe fallen dem Motto zum Opfer.

Viele neue Figuren werden eingeführt, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Eine Erfahrung, die der Leser mit Alex, Bobbie und Naomi im Untergrund teilt.



Das Buch hat mich sehr melancholisch zurückgelassen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich schon wieder fertig bin mit lesen oder daran, dass der nächste Band der letzte sein wird, worauf ich noch nicht vorbereitet bin. Während der Cliffhanger von Band 7 noch nicht aufgelöst wurde, endet auch Tiamat’s Wrath auf eine ähnliche Aussage wie Persepolis erhebt sich. Und da es der letzte Band sein wird, wird es wohl ziemlich episch werden. Alles in allem jedoch fühlt sich Tiamat’s Wrath wie ein Lückenfüller an, der zwischen Band 7 und 9 eingeschoben wurde. Er wirft mehr Fragen auf als er beantwortet und lässt den Leser wie auch die gesamte Menschheit des Expanse-Universum im Ungewissen darüber, wie es nun weitergehen wird. Band 9 verspricht einen großen Showdown. Lassen wir uns überraschen, ob er kommen wird. Trotz allem bin ich noch nicht bereit für einen Abschied aus diesem Universum.


Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Heyne Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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