„Stadt unter Glas – Die Privilegierten“ 
Autorin: P. C. Thomas
307 Seiten / eBook
ISBN: 3946381642
Verlag: Shadodex-Verlag

»Mira, wie viel meiner Lebenszeit habe ich im Koma liegend verbracht? Sieben Jahre oder zehn?«
»Es sind viel mehr, als du vermutest«, sagte sie leise.
Als Mark Dornberg nach einem Unfall aus dem Koma erwacht, findet er sich in einer für ihn fremden Welt wieder.
Die Menschen spaltet eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Privilegierten leben in Städten, die Glaskuppeln vor der gefährlichen Sonnenstrahlung schützen. Die anderen gehen draußen zugrunde, doch sie beginnen sich zu wehren.
Wie konnte es aber so weit kommen?
Warum ist Mark in all der Zeit im Koma nicht gealtert?
Und was hat die mysteriöse Nebelwolke damit zu tun?
Das will auch der ehrgeizige, aber skrupellose Doktor Müller herausfinden. Und der ist bereit, über Leichen zu gehen,
um dieses Geheimnis zu ergründen.

Das erste Buch des Jahres und leider konnte es mich so gar nicht überzeugen. Es fing ziemlich gut an und ich dachte mir, hey, wenn das so weitergeht, dann könnte das ein tolles Buch werden. Leider blieb es nicht dabei. Wir folgen dem Protagonisten Mark, der mit seiner Verlobten in einem Schneesturm einen Autounfall hat. Danach liegt er im Koma. Als er wieder erwacht, sind über 230 Jahre vergangen, in denen er kein bisschen gealtert ist. Die Welt hat sich mittlerweile verändert. Riesige Glaskuppeln überspannen ganze Städte. Drinnen leben die Menschen ein augenscheinlich behütetes und sicheres Leben, während draußen die Menschen an einer schlimmen Krebsform sterben, genannt SCABS. Und hier fing es eigentlich an, dass es bergab ging. Ich weiß, es ist Scifi. Aber ich mag es in der Regel, wenn der Science-Teil von Scifi etwas Sinn ergibt. SCABS ist eine Abkürzung für Krebs, Skin Cancer Acquired by Sunlight. Das ist ja an sich nichts neues, allerdings wird als Ursache für den Krebs Gammastrahlung angegeben. Wenn wir hier von kosmischer Gammastrahlung reden, dann hat diese nichts mit der Sonne zu tun. Gebäude und Decken als Schutz sind hier absolut sinnlos. Aber nun gut, weiter im Text. Über solche Fehler kann ich ja gelegentlich hinwegsehen, wenn der Rest stimmt.

Aber auch das tut er nicht. Mark stellt schnell fest, dass er in der Klinik festgehalten wird. Er flieht und bekommt Hilfe von Mira, einer entfernten Nachfahrin seiner Familie, die auch zufällig total in ihn verliebt ist. Ihre Tagträumerei ist schon fast gruselig. Marks Flucht bleibt nicht unbemerkt und schnell wird nach ihm gefahndet. Er wird regelrecht gejagt. Wie passend, dass einer der ‚Jäger‘ und Mitarbeiter des staatlichen Sicherheitsdienstes AGATIS zufällig der Ex-Freund von Mira ist. Und noch dazu ein Psychopath, der so klischeehaft ist, dass es schon fast weh tut. Zufällig tötet er nach Belieben, natürlich immer die Schuld der Opfer und überhaupt ist er ein Arschloch vor dem Herrn. Noch dazu auch beschützt von einer reichen Familie und einem Onkel, der bei AGATIS ein hohes Tier ist.

Mark erfährt Hilfe von zwei Ärztinnen und einem Techniker, aber auch diese drei Figuren bleiben blass und oberflächlich wie Mark selbst.

Klinikchef Dr. Müller will Mark unbedingt zurück. Es gab einige Fälle wie Mark auf der ganzen Welt. Angeblich war an der Unfallstelle ein mysteriöser grüner Nebel zu sehen gewesen. Es wird schnell klar, dass der Nebel hier eine Rolle spielt, aber die Auflösung darüber wird in den letzten 10 Seiten abgehandelt und das auf eine Art und Weise, dass ich mit Augenverdrehen kaum noch nachkam.

Hier hätte ich mir einfach soviel mehr gewünscht. Auch die Konflikte außerhalb der Kuppel werden immer wieder erwähnt, aber es wird nie näher darauf eingegangen. Hier wäre extrem viel Potential vorhanden gewesen, das leider verschenkt wurde.

Alles in allem waren mir die Figuren egal, der Nebel egal, die Auflösung um den Nebel war mir einfach zu aus dem Ärmel geschüttelt und nicht zufriedenstellend, und auch der Rest bestand aus zuviel Klischees, die schon in der Vergangenheit in Scifi-Romanen und -filmen bedient wurden.

Sprachlich störten mich an einigen Stellen Begriffe, die nicht zum Rest der verwendeten Sprache passten. Es wurde ‚gemotzt‘ statt ‚angefahren‘. Und es wurde mir zuviel ‚gegrummelt‘. Sprachlich war der Stil einfach auf einem höheren Niveau, als dass diese Wortwahl dazu gepasst hätte.

Auch dass die Figuren immer viel zu leicht davon kamen, in Kämpfen gegen übermächtige Gegner gewannen und auch sonst der eine oder andere getötet wurde, passte einfach so gar nicht.

Es ist sehr schade. Ich hätte dieses Buch gern gemocht. Die Rezensionen klangen so vielversprechend. Rein vom schreiberischen Talent her könnte ich mir vorstellen, dass die Autorin mehr zu bieten hat. Diese Geschichte jedoch war nicht ihre beste.


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