„Killing Zombies and Kissing You“ 
Autorin: Margret Kindermann
287 Seiten / eBook
ISBN: 3964434477
Verlag: Nova MD

Meine fünf Regeln, um in der post-apokalyptischen Welt zu überleben:
1. Verlier nicht ständig dein Messer, verdammte Axt!
2. Vergangenheit ist was für Lebensmüde. Und ich will leben – glaube ich zumindest.
3. Lieber alleine feiern, als in Einsamkeit zu versinken.
4. Erwarte als letzter Überlebender auf keinen Fall Post.
5. Und wehe, du verliebst dich ausgerechnet jetzt …

Zombieapokalypse? Jugendroman? Liebesgeschichte? Irgendwie ist dieses Buch alles davon und obwohl ich mit meinen 41 Lenzen sicherlich nicht zur Zielgruppe gehöre, so hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist ruhig und gefühlvoll. Und es macht soviele Dinge einfach nur richtig. Es ist die Art Buch, das junge Menschen lesen sollten.

Hauptfigur Bea ist 18 Jahre alt und schlägt sich allein so durch. Eigentlich überlebt sie in einem Haus alleine bis sie eines Tages einen Brief erhält. Klingt verrückt? Ist es in gewisser Weise auch. Bea hat eine erfrischend zynische Art, ist selbstreflektiert und in gewisser Weise ein schönes Vorbild für junge Frauen. Killing Zombies and Kissing you lebt von Beas Gedankengängen und ihrer Selbstreflektion. Die Zombieaction und auch die Liebesgeschichte sind eigentlich schmückendes Beiwerk. Vergangene Erlebnisse spiegeln ein großes Problem in unserer Gesellschaft wieder: darf Frau Nein sagen? Und wie verhält man sich, wenn ein ‚Freund‘ einem einfach so an die Brust fasst? Beas Gedanken dazu zeigen, wieviel in unserer Gesellschaft schief läuft. Aber auch ihre imaginären Wortwechsel und ihre Wut auf diesen ‚Freund‘ zeigen, dass sie in die richtige Richtung denkt, in die wir alle denken sollten.

Killing Zombies and Kissing You macht soviel richtig: Selbstimage, Körpergefühl, und auch wenn Bea sich verliebt bleibt sie doch sie selbst und mutiert nicht zum blind folgenden, anhimmelnden Weibchen. Bea ist eine tolle Protagonistin.

Sicherlich mag die Geschichte an manchen Stellen so ihre kleinen Logikfehler haben und auch die Ursache der Zombieapokalypse wird nicht aufgeklärt, aber darüber konnte ich beim Lesen entspannt hinwegsehen.

Was als kleiner Lesehappen für den Start meines DSFP-Lesepensums gedacht war, entpuppte sich als einfühlsame Geschichte über das Erwachsenwerden in einer Extremsituation. Als Romance-Verweigerin kommt von mir trotzdem eine klare Leseempfehlung für Killing Zombies and Kissing you als letzte Rezension des Jahres.


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