Durch den Gammeltag gestern und das frühe schlafen gehen, fing der Tag entsprechend früh schon sehr erholt an.

So richtig Pläne hatten wir nicht, also beschlossen wir kurzerhand, zum Fushimi Inari zu fahren. Es war auch der letzte Tag, an dem unser JR Pass gültig war und das nutzten wir glatt für die Zugfahrt. Viele andere Touristen hatten dieselbe Idee und so ging es sehr gedrängt zu am Anfang. Das verlief sich später etwas.

Der Fushimi Inari ist der größte und wichtigste Shinto Schrein, der Inari, dem Shinto Gott des Reises, gewidmet ist. Füchse gelten als Boten Inaris, weswegen auf dem ganzen Weg auf den heiligen Mount Inari hoch überall Fuchsstatuen in allen Größen und Ausführungen zu sehen sind. Berühmt ist diese Anlage wegen ihres Bogengangs den Mount Inari hinauf. Hier stehen rote Toris hintereinander, von vorn rein orange aber hinten drauf sind die Namen derer eingraviert, die ein solches Tori gestiftet haben. Das war schon mächtig beeindruckend. Die Touristen, die unbedingt alles dafür taten, dass sie ein Foto von sich selbst in einem leeren Gang aus Toriis bekommen konnten, waren etwas anstrengend. Da haben wir uns schon gefragt, welchen Mehrwert man dadurch hat. Wir machten halt Bilder, ob nun andere Leute drauf waren oder nicht.

Manche meinten auch, die Strecke hochjoggen zu müssen ohne Rücksicht auf Verluste und einige hatten definitiv nicht das richtige Schuhwerk. Wir sind dem Weg ungefähr die Hälfte den Berg hinauf gefolgt bis zur Yotsutsuji Kreuzung. Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit und die Temperatur über 30 Grad machten das ganze extrem anstrengend. Mein Infekt war natürlich auch nicht sehr hilfreich. Der Abstieg war dann wesentlich entspannter. Empfehlen würde ich den Weg da hoch nur, wenns nicht heiß ist. Das war wirklich extrem. Dank Funktionshose und Funktionsshirt klappt zumindest der Schweißabtransport gut und die Klamotten trockneten super schnell, was bei der Rückfahrt im klimatisierten Zug eine Wohltat war.



Im Hotel legten wir wieder ein kleines Päuschen ein bevor wir uns auf den Weg zum Kaiserpalast machten. Unterwegs kamen wir am Higashi Honganji Tempel vorbei. Der buddhistische Tempel wurde 1604 erbaut, musste aber im Laufe der Jahrhunderte viermal neu aufgebaut werden, weil er von Feuer zerstört wurde. Die Gründerhalle (Goeig-do) ist mit ihren 76m Länge, 58m Breite und 36m Höhe beeindruckend. Wir mussten die Schuhe ausziehen zum Betreten und drinnen fand gerade eine Andacht oder Segnung statt. Ein Ordinierter betete dabei mit Besuchern, die in Japanischen Kimonos anwesend waren. Eine sehr ruhige Zeremonie, der wir beigewohnt haben. Eine beruhigende Wirkung hatte sie auf uns beide.

Danach schlenderten wir weiter Richtung Kaiserpalast. Kyoto selbst konnte uns bis jetzt was die alltäglichen Ecken der Stadt angeht nicht ganz so begeistern wie Hiroshima und Tokyo. Trotzdem genossen wir den Weg.

Leider waren wir dann für den Palast zu spät dran, der um 16:30 Uhr keine Besucher mehr reinlässt. Den Park drumherum haben wir trotzdem sehr genossen.

Mit der Bahn gings dann ins Hotel und von da direkt weiter zum Abendessen in einem kleinen Restaurant ums Eck. Das Essen da war köstlich aber von der Atmosphäre her fühlten wir uns dort nicht ganz so wohl.

Also zogen wir nach dem Essen in den British Pub am Bahnhof,um das Spiel Schottland gegen Samoa zu schauen. Es war so rappelvoll, dass man kaum an die Bar kam. Am Ende haben wir das Spiel von draußen geschaut, das Bier gabs dann halt vom 7Eleven direkt neben dem Pub, was schneller ging und günstiger war. Die Stimmung war super. Manche übertrieben es dann mit dem Alkohol und ich wusste schon, warum ich mich an Wasser gehalten habe. Alles in allem ein wirklich toller Tag und ein genialer Abend.


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