Nachdem der Trip nach Yokohama und zurück doch anstrengender war, als wir dachten, war am Tag danach erst einmal chillen angesagt.

Erst haben wir uns so richtig ausgeschlafen und sind dann zum Denny’s frühstücken gegangen. Das Frühstück war sehr japanisch und hatte nichts von dem auf der Karte, was man aus den Denny’s in den Staaten so kennt, außer vielleicht Pancakes. Lecker war es trotzdem.

Danach wollten wir eigentlich doch mal ein bisschen Sightseeing machen, aber es war wieder drückend heiß, meine Erkältung plagte mich sehr und die Shoppingstraßen unterm Bahnhof waren so angenehm kühl… Wir suchten uns einen Drogeriemarkt, weil unsere Triefnasen sich ziemlich schnell durch jegliche Taschentuchbestände gearbeitet hatten. Der nette Herr im Laden verstand dank VoiceTra auch, was wir suchten und so konnten wir uns mit Pocket Tissues eindecken.

In einem Geschäft entdeckten wir dann ein paar nette Sachen und gingen halt einfach mal shoppen.

Danach stoppten wir total faul im Starbucks, gönnten uns einen Kaffee und nachdem wir so zwei Stunden gesandelt haben, ging’s kurzerhand wieder zurück ins Hotel zum Seele baumeln lassen, lesen, weiterschlafen.

Immerhin rief am Abend ja noch das nächste Spiel. Der Weg raus nach Toyota dauerte eine Stunde mit der Ubahn, die Züge waren brechend voll und die eiskalte Klimaanlage machte allen arg zu schaffen. Spätestens das hat mich dann ganz schön geschlaucht.

Das City of Toyota Stadium ist ein gigantischer Bau, auch der Weg über eine riesige Brücke dahin war echt beeindruckend. Wir hatten es nicht eilig gehabt, kamen dann auch erst eine halbe Stunde vor dem Spiel an. Die Plätze waren klasse, aus dem 3. Rang war die Sicht einfach genial. Leider gab’s im ganzen Stadion keinen Cider mehr, alle Softdrinks waren auch ausverkauft.

Die RugbyUnion hatte auf Kritik diesbezüglich schon reagiert. Man darf eigenes essen mit reinnehmen und es gab Wasserstände wo man kostenlos Wasser mitnehmen konnte. Fanden wir gut. Der Rest war halt ein bisschen schade.

An dieser Stelle muss man erwähnen, dass die Helfer und auch die ganzen Freiwilligen einfach super sind. Sie haben riesige Freude daran, allen die Zeit beim und rund ums Spiel so angenehm wie möglich zu machen. In Nagoya gabs am Bahnhof einen Infostand, der Leuten wie uns Auskunft gab, wie man am besten nach Toyota rauskommt, welche U-Bahnlinie, usw. Einfach toll.

Das Spiel selbst war klasse. Wales war zwar Favorit und konnte das Spiel mit 43 zu 14 für sich entscheiden, aber Georgien ließ ihnen nicht viele Chancen und die wenigen, die Wales hatte, nutzten sie auch. Aber Georgien war definitiv der Sieger der Herzen. Die Mannschaft spielte stark und mit sehr viel Leidenschaft. Die beiden Versuche waren wohlverdient.

Nach dem Spiel war die Abreise eher bescheiden und für uns ne riesige Enttäuschung. Der Bahnhof in Toyota ist vielleicht eine Viertelstunde Fußweg vom Stadion entfernt. Aber wie bereits in Yokohama, waren auch in Toyota die Straßen ums Stadion herum nicht gesperrt und die Menschenmassen schoben sich nur sehr sehr langsam zum Bahnhof. Dort fuhren die Züge auch nur den regulären Plan. Von Sonderzügen keine Spur. Das war nicht so optimal. Viertel nach 9 war das Spiel aus, wir erwischten gerade so die Bahn um 23 Uhr und waren dementsprechend erst um Mitternacht zurück in Nagoya.

Das wurde eine kurze Nacht.


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