Diese Nacht war wesentlich besser, auch wenn mich die Klimaanlagen jetzt auch erwischt haben und Herr Schnute und ich nun beide Triefnasen sind.

Ausgeruht ging’s zur Regionalbahn (Sanyo Line), die von Japan Rail betrieben wird und die wir mit dem Japan Rail Pass nutzen können. Ziel der Fahrt war das ca. 30 Minuten entfernte Miyajimaguchi. Dort ging es dann direkt weiter auf die JR Fähre (ebenfalls im JRP drin) zur Insel Miyajima. Das Wetter war wesentlich angenehmer als die letzten Tage und am Ende waren wir auch froh, dass wir am Tag zuvor den Ausflug nicht gemacht haben.

Auf Miyajima spazierten wir erst etwas am Strand und machten uns danach auf den Weg zur Seilbahn, die uns in zwei Etappen auf den Mount Misen hochbrachte. Hier merkt man wieder, dass ich von Bergen keine Ahnung habe, ich dachte nämlich wenn man oben ankommt, wäre man da. Weit gefehlt. Der Aufstieg zur Spitze dauerte nochmal eine gute halbe Stunde und war für mich sportfaules und untrainiertes Menschlein echt nicht ohne. My newly acquired cold didn’t help. Dabei wechselte der Weg zwischen Sand und Steinen und Treppen ab. Die Treppen gingen dann ganz schön in die Knochen, waren doch einige hundert. Kurz vorm Ziel setzte dann ein leichter Regen ein, der sich später noch verstärkte, aber auch wenn die Sicht oben nicht so klar war, wie die letzten Tage, war es doch ein schöner Ausblick. Der Abstieg war auch nicht weniger anstrengend, weil der Regen die sandbedeckten und runden Steine ganz schön rutschig gemacht hatte. Die Seilbahnstation erreichten wir trotzdem unbeschadet und während der Fahrt runter vom Berg verwandelte sich der leichte Regen in ziemlich starken Schauer. Wir suchten uns ein trockenes Plätzchen und holten erstmal das Frühstück und Mittagessen nach. War in der Zwischenzeit auch schon wieder 15 Uhr und so ohne Mahlzeit auf dem Berg rumkraxeln war vielleicht keine so gute Idee.

Auf Miyajima laufen übrigens jede Menge Rehe und Hirsche rum, einfach so zwischendrin. Verrückt.

Mit der Fähre und der Bahn gings dann wieder zurück nach Hiroshima und die Ruhepause im Hotel nutzen wir für ein ausgiebiges Nickerchen.

Fürs Abendessen wollten wir noch mal die Okonomiyaki Hiroshima Style essen und fanden über Google Maps ein kleines Restaurant namens Okonomiyaki Junior. Sofort sympathisch, weil es Carp Boy als Logo hatte.

Im strömenden Regen fanden wir es dann auch in einer kleinen Seitengasse. Okonomiyaki Junior ist winzig, grad mal 8 Leute passen gerade so um Koch und Grillplatte in der Mitte. 6 Leute waren schon drin, aber alle rutschten etwas zusammen und so passten wir auch noch rein. Die 6 Gäste waren alles direkte Nachbarn, zwei Belgier, 2 Holländer, 2 Dänen. Die Stimmung war super, im Fernsehen war der Sender schon auf das Auftaktspiel der Rugby WM Japan gegen Russland eingestellt.

Am Ende blieben zwar nur wir beide übrig aber zusammen mit dem Koch und seiner Freundin Keiko hatten wir einen tollen Abend. Die Hausherrin gab uns Japanischunterricht, wir halfen ihr im Gegenzug bei deutsch und englisch.

Die Okonomiyaki wurden auch direkt vor unseren Augen zubereitet und konnten von Geschmack und Qualität her locker mit den ach so berühmten des Restaurants Nagata-ya mithalten, nur dass die Atmosphäre im Okonomiyaki Junior um sovieles besser war. Es wirkte wesentlich authentischer und heimeliger und wir haben uns beide dort sehr viel wohler gefühlt.

Kaum zu glauben, dass schon 4 Tage Hiroshima um sind. Genau die richtige Zeit übrigens, mehr Tage bräuchte man nicht, bei weniger wäre es wohl stressiger. Hiroshima kann man im Eilschritt wohl auch in 2 Tagen schaffen, aber warum sollte man sich diesen Stress im Urlaub antune?


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