Nach einer für mich eher schlafarmen Nacht, gabs erstmal einen Kaffee und danach zogen wir auf Erkundungstour. Die Sonne brannte schon wieder gnadenlos vom Himmel.

In einem 7Eleven erstanden wir zwei mal Sushi, Fried Chicken, einen Pizza Bun und zwei Orangensaft zum Frühstück für 10 Euro. Davon wurden wir gut satt und lecker war es auch. Selbst das Supermarktsushi hier ist der Hammer.



Danach gings einfach weiter quer durch Hiroshima. Wir landeten in winzigen Gassen und riesigen Shopping Malls, deckten uns in einem Laden erstmal mit Skin Vape (Mückenschutzmittel), Sonnenschutzspray und Muhi ein. Letzteres ist ein kleiner Stick, den man auf die bereits erhaltenen Mückenstiche drauf macht. Quasi japanisches Fenistil, nur wesentlich wirksamer. Die japanischen Mücken hatten nämlich bei mir schon ganze Arbeit geleistet. Die vielen bunten und übergroßen Kanji überall vermitteln nach wie vor den Eindruck, dass wir in einem riesigen Nintendospiel gelandet sind. Dass alles auch ziemlich bunt ist und überall Musik dudelt, die durchaus an Videospiele erinnert, hilft da nicht wirklich, sich dieses Eindrucks zu erwehren.



Bei Tageslicht gings heute dann nochmal zum Friedenspark, dem A-Bomb Dome und den einzelnen Gedenkstätten. Tagsüber war wesentlich mehr los. Am Children’s Peace Monument standen die Schulklassen, sangen, beteten, gedachten der Opfer. Offenbar ist es hier üblich, dass nach diesen kleinen Zeremonien weitere Dinge in die Schaukästen zugefügt werden von den Schülern.

Es waren auch sehr viele ältere Leute in grünen Poloshirts unterwegs, die wohl ehrenamtlich über die Geschichte des Atombombenabwurfs 1945 informierten.

Dazwischen jede Menge Touristen. Auf einen Besuch des Museums haben wir verzichtet, weil die ganze Anlage drumherum schon arg unter die Haut ging.



Unser nächster Weg führte uns dann zum Hiroshima Castle. Eine echt riesige Anlage und obwohl sie inmitten Hiroshimas liegt, war es eine weitere Oase der Ruhe. Die 120 Stufen haben wir dann auch erklommen und von oben hatten wir erneut einen tollen Blick, wie bereits beim Osaka Castle. Da haben die über 30 Grad und der strahlend blaue Himmel doch einen Vorteil. Die Sicht ist einfach gigantisch.



Nachdem wir heute wieder die 10km geschafft haben, ruft jetzt erstmal eine kleine Ruhepause bevor es dann wieder rausgeht. Mal sehen, ob wir ein gemütliches Izakaya finden oder vielleicht ein Okonomiyaki-Restaurant. Okonomiyaki müssen Hiroshima Style ja echt gigantisch gut sein. Das berühmte Nagata-ya haben wir zwar schon gesehen, aber da stand schon eine Touristenschlange davor, um die Okonomiyaki zu probieren. So berühmt muss es für uns nicht sein. Wir werden bestimmt auch woanders fündig. Verhungern werden wir jedenfalls nicht.

Hiroshima hat übrigens eine Baseballmannschaft, die Hiroshima Carp. Natürlich mussten wir den Fanshop besuchen und natürlich konnten wir der Verlockung einzukaufen nicht widerstehen. Die klimatisierte Shoppingmall hat dann auch richtig gut getan bei der drückenden Hitze draußen. Baseball ist in Japan seit dem späten 19. Jahrhundert ein wichtiger Sport und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts professionalisiert.



Spontan haben wir auch noch zwei Tickets für das Rugby Spiel am 22.09. in Yokohama bekommen, Irland gegen Schottland.. Für Neuseeland gegen Südafrika gibts wohl auch noch Tickets aber keine Plätze zusammen, deswegen wird das wohl nichts werden. Für Irland gegen Schottland fahren wir dann einfach am 22. von Nagoya nach Yokohama, schauen uns das Spiel an und fahren mit dem Shinkansen nach dem Spiel wieder zurück nach Nagoya, wo ja am 23 das nächste Spiel sein wird.

Zum Abendessen landeten wir wieder in einem kleinen Izakya Restaurant. Ein anderes, als wir eigentlich geplant hatten, aber es war trotzdem klasse. Super klein, voll gepackt, und hervorragendes Essen. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Danach mussten wir noch ein bisschen bei den etwas angenehmeren Temperaturen durch die Gegend schlendern.

Wir haben im Hotel dann übrigens auch den Koffertransportservice nach Nagoya gebucht. Hier werden unsere beiden großen Koffer quasi in unsere nächste gebuchte Unterkunft geschickt. Preislich durchaus erschwinglich und es macht das Reisen mit dem Shinkansen doch sehr viel angenehmer. Wir haben einfach alles, was wir für die nächsten zwei Tage so brauchen in unsere kleinen Koffer gepackt und die großen an der Rezeption abgegeben. Allein hätten wir das Formular ohne jegliche Japanischkenntnisse niemals ausfüllen können.


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