„Cyborg Girl: Post Mortem“
Autorin: Anna Veen
265 Seiten / eBook
ISBN: B07TCH436R
Verlag: 4.0 Verlag

Die eigensinnige Terra ertrinkt in einer Moorpfütze, als sie während eines Familienausflugs ein in Not geratenes Lämmchen retten will. Zu ihrer eigenen Überraschung erwacht sie aus dem Tod – dank allerlei nanotechnischem Schnickschnack. 

Gerettet freut sich das frisch gebackene Cyborg Girl. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn schon bald findet Terra heraus, dass sie nicht nur in Ostfriesland festsitzt und nach der Pfeife ihrer Retter tanzen soll, sondern auch, dass diese in ihr nur eine wertvolle Hundert-Prozent-Organspende sehen. Das geht gar nicht, findet Terra. Doch schafft sie es tatsächlich, sich gegen ein skrupelloses Hightech-Unternehmen zur Wehr zu setzen?

Eigentlich als All Age-Roman bezeichnet, finde ich, dass es sich doch eher um einen Jugendroman handelt. Cyborg Girl: Post Mortem wartet mit einer vorlauten Protagonistin auf, mit der jugendliche Leser sicherlich große Freude haben werden.

Terra, kurz T., ist nicht nur eigensinnig, sie ist auch nicht auf den Mund gefallen und noch dazu ziemlich clever. Das Buch liest sich recht schnell weg und hat mich mit so einigen Wortspielen und Sprüchen zum Lachen gebracht. Auch die Nebenfiguren, Terras Freunde, Yoko, Sammy und Annika, waren sympathisch gezeichnet. Ein klassisches Liebesdreieck wurde kurzerhand umgangen, indem eine Figur homosexuell geschrieben wurde. Während ich es einerseits gut finde, eine homosexuelle Figur einzubauen, fand ich es als reines Stilmittel, um eine Situation so stressfrei wie möglich aufzulösen, eher nicht so dolle. Zudem waren an manchen Stellen die Reaktionen von Terra und den anderen Figuren nicht ganz so nachvollziehbar und schlüssig.

Die Nanotechnologie war ziemlich interessant. Als Nebenwirkung muss Terra mit einer absoluten Reizüberflutung kämpfen und jede Menge Lakritze essen, damit die Nanos in ihrem Körper den Geruchs- und Geschmackssinn etwas herunterfahren. Das fand ich eine echt amüsante Idee.

Nur ein Klischee, dessen sich die Autorin bediente, ging mir auf den Zeiger (tut es ja in Romanen immer, bei jugendlichen Protagonistinnen jedoch besonders): das erste Mal Sex. Seien wir ehrlich, welche Frau kann schon von sich behaupten, bei ihrem Geschlechtsverkehr einen Orgasmus gehabt zu haben? Ich kenn keine. Ich hatte dabei übrigens auch keinen. Wäre schön, wenn Bücher hier einfach mal öfters ein bisschen die Realität widerspiegeln würden.

Auch wenn der Plot sehr übersichtlich ist, so war es größtenteils ein Vergnügen, Terra in den Start ihres Cyborglebens zu folgen.

Alles in allem ist Cyborg Girl: Post Mortem ein unterhaltsamer Roman für jugendliche Leser, der trotz einiger inhaltlicher Schwächen für Lesespaß sorgt.

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