„To be taught, if fortunate“
Autorin: Becky Chambers
144 Seiten / eBook
ISBN: 9781473697171
Verlag: Hodder & Stoughton

In her new novella, Sunday Times best-selling author Becky Chambers imagines a future in which, instead of terraforming planets to sustain human life, explorers of the solar system instead transform themselves. 

Adriane is one such explorer. As an astronaut on an extrasolar research vessel, she and her fellow crewmates sleep between worlds and wake up each time with different features. Her experience is one of fluid body and stable mind and of a unique perspective on the passage of time. Back on Earth, society changes dramatically from decade to decade, as it always does.

Ariadne may awaken to find that support for space exploration back home has waned, or that her country of birth no longer exists, or that a cult has arisen around their cosmic findings, only to dissolve once more by the next waking. But the moods of Earth have little bearing on their mission: to explore, to study, and to send their learnings home. 

Carrying all the trademarks of her other beloved works, including brilliant writing, fantastic world-building and exceptional, diverse characters, Becky’s first audiobook outside of the Wayfarers series is sure to capture the imagination of listeners all over the world.

Hättet Ihr gedacht, dass ich mal ein Buch von Becky Chambers nicht jedem mit Begeisterungsrufen unter die Nase halte? Oder ich mal nicht von Anfang an weiß, dass es ein klarer All Time Favorite wird?

Ja, ich auch nicht. Diese Novelle ist mit 144 Seiten nicht sehr lang. Vielleicht liegt darin auch das Problem. Viel zu wenig Platz für so gigantisch viel Potential für eine Geschichte.

Wie soll ich dieses Buch nur bewerten? Ich meine, auf der einen Seite nimmt uns Becky auf diesen wenigen Seiten mit in fremde Welten. In wirklich echte fremde Welten. Ihren vier Figuren, Ariadne (Protagonistin), Elena, Chikondi und Jack bin ich mit Ariadnes Mindset gefolgt: mit der wissenschaftlichen Neugier, mit der Faszination für völlig Fremdes und Neues. Mit staunenden Augen las ich mich voller Begeisterung durch die Welten, die die vier besuchten. Betrachtete mit ihnen die fremden Lebewesen. Ich habe die Wissenschaft in diesem Buch aufgesaugt wie einen Schwamm. Und die Wissenschaft, meine Güte, so herausragend gut. So echt und nachvollziehbar und logisch. In dieser Hinsicht eigentlich schon Hard-SF. Geniales Hard-SF.

Das klingt begeistert oder? Soll es auch, denn DAS hat mich begeistert. Ich wollte definitiv mehr davon.

Aber warum will ich dann keine Begeisterungsrufe ausstoßen? WEIL: sovieles von dem, was Becky Chambers‘ Bücher ausmacht, einfach fehlte. Die vier Figuren waren mir zu blass. Jegliche Tiefe, die ich in den anderen Büchern so liebe, fehlt ihnen. Dann fehlte eine richtig echte Handlung. Ich meine, da war echt nix. Es gab im eigentlichen Sinne keinen Spannungsbogen. Keinen langsamen Aufbau. Kein geniales Ende. Nichts.

Als Leserin war ich mit den vier Figuren auf der Merian eingeschlossen, abhängig von den Nachrichtenpaketen von der Erde, um überhaupt zu erfahren, was dort so läuft. Aber, diese Pakete wurden immer nur so halb am Rande erwähnt. Den im Klappentext angedeuteten Wandel bekommt man nicht in Form von Nachrichten erzählt, sondern nur so am Rande erwähnt und auch da noch sehr spärlich. Das hat mir nicht gefallen. Ich hätte mir einfach so sehr gewünscht, dass wir die Nachrichtensendungen miterleben könnten. Den gesellschaftlichen und klimatischen Wandel wenigstens indirekt zu erfahren. Die Figuren auch entsprechend darauf reagieren zu lassen.

Und das Ende? Das Ende ist kein Ende. Es gibt keine Auflösung. Wir hängen in der Merian fest, gehen mit Ariadne und ihren Kollegen ins Torpor ohne zu wissen, was irgendwann kommen wird.

Das mag Absicht seitens der Autorin sein, aber mich als Leserin hat es einfach so extrem unbefriedigt zurückgelassen.

Und da kommen wir wieder auf die Seitenzahl zu sprechen: Wie genial wäre es gewesen, all das auf 300 Seiten mehr zu erleben? Ausführlich? Figuren, die sich entwickelten. Figuren, die über den Wandel auf der Erde reflektierten? Den Wandel der Erde selbst?

Ja, da bin ich also nun, am Ende meines Lateins. Ich dachte, nachdem ich meine Gedanken ausformuliere, würde mir eine Bewertung am Ende leichter fallen. Tut sie aber nicht. Ich werde mich für die goldene Mitte entscheiden.

Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch empfehlen soll. Hinsichtlich des wissenschaftlichen Aspekts ist das Buch der Hammer. Der Ideenreichtum, die genialen fremden Welten und das geniale fremde Leben, ebenso. Alles andere kann das allein aber einfach nicht aufwiegen. To be taught, if fortunate ist handwerklich und sprachlich schön, aber es ist nicht das, was ich von Becky Chambers gewöhnt bin. In dieser Hinsicht hat es mich einfach ziemlich hängenlassen. Und insgesamt einfach zu wenig Seiten für zuviel Potential.

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