„Elephants and Corpses“ 
Autorin: Kameron Hurley
23 Seiten / eBook
ISBN: 9781466886544
[klick] Kurzgeschichte kann auch kostenlos online gelesen werden [klick]
Verlag: TOR Books

The corpse-jumping body mercenary Nev is used to filling other people’s shoes. When his assistant Tera recognizes the most recent waterlogged cadaver they bought off the street, though, he finds that his new body is carrying more trouble than he bargained for. 

Ein Kommentar von der lieben Antonie von Lesewahn brachte mich auf die Idee, Euch hier eine Kurzgeschichte von Kameron Hurley vorzustellen. Die ist zwar auch auf Englisch, aber die 25 Seiten oder was sind immerhin eine wesentlich geringere Herausforderung, als ein Buch mit über 300 Seiten. Wenn Ihr also bei englischsprachigen Sachen unsicher seid, ist das eine hervorragende Übung.

Außerdem hatte Kameron Hurley diese Kurzgeschichte vor vier Jahren auf TOR.com veröffentlicht und kann dort noch immer nachgelesen werden – kostenlos, versteht sich. Link steht ganz oben.

Überhaupt sind diese TOR-Kurzgeschichten eine gute Möglichkeit, Autoren auszuprobieren, bei denen Ihr unsicher seid, ob Ihr Euch da ranwagen möchtet. Die Englischen findet Ihr hier und die Deutschen hier. Lohnt sich eigentlich immer, da mal reinzuschnuppern, besonders wenn man gern mehr Scifi lesen möchte und auch nicht immer die Zeit für einen ganzen Roman hat.

Aber nun zu Elephant and Corpses. Kameron Hurley präsentiert eigentlich nie perfekte Figuren in ihren Geschichten und Romanen. Oftmals kann ich die Hauptfiguren nicht ausstehen. Doch alle ihre Figuren durchlaufen eine nachvollziehbare Entwicklung. Nicht immer in dem Maße, wie ich es gern hätte, aber damit kann ich leben. Zudem besticht Kameron Hurley eigentlich IMMER mit herausragenden Ideen und schafft es selbst auf wenigen Seiten, ein geniales Worldbuilding hinzulegen.

„Dressing up as a man was an odd thing for a woman to do in this city, when men couldn’t even own property.“

Seien wir doch mal ehrlich: dieser einzelne kleine Satz sagt doch schon einige Menge über die Gesellschaft aus, in der die Kurzgeschichte angesiedelt ist.

Es sind solche kleinen Dinge, die diese Welt schaffen, in der Nev und Tera leben.

Body Merc Nev ist nicht sehr sympathisch. Er kauft sich tote Körper, reinigt sie, lagert sie und wenn er einen neuen Körper braucht, springt er einfach hinein. Hilfe erfährt er dabei von seiner Body Managerin Tera. Nev hat außerdem einen kleinen Elefanten namens Falid. Die neueste Leiche, die Nev erstanden hat, erkennt Tera wieder und da geht der Ärger los, denn kurz darauf treten Soldatinnen die Tür ein und wollen die Leiche holen.

Und als seien Action und geniales Worldbuilding nicht genug, schafft es Hurley auch noch, ein paar tiefergehende Fragen einzubinden, was das Leben ausmacht, was Leben ist.

Wie so oft bei Kurzgeschichten kann die Kürze die Sache allerdings auch erschweren und an manche Stellen muss man zweimal hinschauen, um den Dialogen folgen zu können. Aber das wäre dann auch das einzige, was ich hier bemängeln würde.

Elephants and Corpses ist typisch Kameron Hurley. Wer sich also mal versuchen möchte, dem kann ich diese kostenlose Kurzgeschichte nur empfehlen. Sie enthält alles, was Hurleys Werke ausmachen, in kompakter Form. Klare Leseempfehlung.


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1 Comment on “Hurley, Kameron – Elephants and Corpses

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