„Die Astronautin – In der Dunkelheit wird deine Stimme mich retten“
Originaltitel: Across the Void
Autor: S. K. Vaughn
470 Seiten / eBook
ISBN: 3442205727
Verlag: Goldmann
[Werbung, da Rezensionsexemplar]

Weihnachten 2067: Auf der Krankenstation eines halb zerstörten Raumschiffs erwacht May Knox aus der Bewusstlosigkeit. Sie scheint die letzte Überlebende einer hoffnungsvollen Mission zu sein und hat doch keine Erinnerungen an einen möglichen Unfall. Bald kämpft sie gegen eine Vielzahl von Gefahren ums Überleben. Ihre einzige Rettung ist die Funkverbindung zur NASA, vor allem zu dem Wissenschaftler Stephen, der Schiff und Auftrag kennt wie kein Zweiter. Doch Stephen ist auch Mays Ex-Mann, dessen Herz sie brach und der ihr und der Nasa den Rücken kehrte. Jetzt ist seine Stimme alles, was ihr noch Hoffnung geben könnte in der Schwärze des Alls … 

Seien wir mal ehrlich: der Klappentext klingt doch mal so richtig toll und spannend, oder?

Das fand ich auch, als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe. Begeistert machte ich mich ans Lesen und die ersten Kapitel sind auch wirklich spannend. May, die allein auf der Krankenstation ihres Raumschiffs aufwacht. Diese Kapitel waren super. Spannend. Düster. Eine genial beklemmende Atmosphäre.

Hach, wäre das doch mal so weitergegangen. Leider war das nicht der Fall. Die Kapitel sind immer wieder unterbrochen von anderen Kapitel aus Stephens Perspektive aus der Erde und von Rückblicken in Mays Vergangenheit und wie sie und Stephen sich kennen lernten. Dabei entwickelte sich Commander May Knox von der Frau, die auf der Krankenstation alleine aufwacht und versucht, rauszufinden, was passiert ist, zu einer Person, die mir mit jeder Seite unsympathischer wurde. Ich weiß nicht, was Vaughn hier für ein Buch schreiben wollte, aber in meinen Augen hätte er einfach mal beim Weltraumteil bleiben sollen.

Die Handlung selbst wirkt unlogisch und irgendwie versucht der Autor hier einfach viel zu viel – Liebesgeschichte, Mystery Thriller, Verschwörungsdebakel. Das passt einfach alles so gar nicht zusammen. Dabei wird May Knox auf Teufel komm raus als eine Figur etabliert, die mit Authorität Probleme hat und eigentlich auch sonst entweder so gar nichts richtig kann oder es alles super gut kann. Gleichzeitig würde ich – wäre ich eine Raumfahrtorganisation – sie NIE als potentielle Kandidatin für ein Raumfahrtprogramm in Betracht ziehen. Ihr Handeln, ihre Persönlichkeit…alles viel zu willfährig, viel zu unreif, zu impulsiv, zu….ach ich weiß auch nicht. Sie ging mir einfach nur auf den Keks. Stephen selbst war dabei auch nicht besser, kam aber passend zum Ganzen noch als der oberlehrerhafte Retter in der Not daher. Und rauchen und trinken an Bord? Ach, reden wir nicht weiter drüber.

Die Astronautin hat mich einfach nur frustriert und war absolut kein Buch, an dem ich Freude hatte. Es begann stark, aber ließ dann einfach auch genauso schnell nach. Ich hatte anhand des Klappentextes etwas anderes erwartet. Von meiner Seite hierfür keine Leseempfehlung.


Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Goldmann Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.


weitere Stimmen zu dem Buch:

Rezension bei Buchvogel
Rezension bei readbooksandfallinlove


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11 Comments on “Vaughn, S. K. – Die Astronautin

  1. Hi Schnute,
    mir ging es wie dir. Ich wurde auch vom Klappentext geködert. Hätte ich bloss deine Rezension gekannt.
    Es ging stark los – und dann wurde es immer unglaubwürdiger, unlogischer, dämlicher…
    Schon die Sache mit der Amnesie. Wie praktisch… Dass ihr Ex-Liebhaber zufällig ein Raumschiff hat. Wie praktisch. Ständige Rettungen in letzter Minute, nur um sich dann selber in einem Zusammenbruch zu verletzten. Wie hat sie es geschafft, schwanger auf das Schiff zu kommen und es dann nicht zu merken? Da gibt es doch bestimmt Tests dafür. Aber sie gehört ja zu den 0,01 Prozent, die trotz Pille schwanger werden. Zweimal. Das ist einfach so… pfft.
    Das ist das Buch, das mich am meisten enttäuscht hat dieses Jahr. Kommt sofort in den nächstbesten Bücherschrank 🙁
    Ich hab dich bei mir verlinkt
    https://buchvogel.blogspot.com/2019/10/rezension-die-astronautin-von-sk-vaughn.html
    LG
    Daniela

    • Huhu Daniela,
      ja, es war ein sehr enttäuschendes Leseserlebnis. Am Freitag war ich im Hugendubel und stand vorm Scifi-Regal, als ein Pärchen angeregt darüber diskutierte, welches Buch sie denn nun kaufen (sie hatten sich selbst auferlegt nur eins zu kaufen) und sie griffen dann zu diesem. Ich hoffe wirklich sehr, dass sie mehr Freude daran haben, als Du und ich. Dass mit dem aufgehellten Cover ist mir sogar gar nicht aufgefallen, aber du hast Recht, das amerikanische Cover zeigt eine Schwarze.

      Ich empfand May als total enttäuschende Figur. So stelle ich mir keine Astronauten vor. Ja, Menschen in Extremsituationen reagieren extrem, aber May mutierte in der Geschichte immer zu einer unerfahrenen Teenager ähnlichen Tusse, der ich es einfach nicht abkaufen konnte, dass sie es durch ein NASA-Programm geschafft haben soll. Das passte einfach vorn und hinten nicht. Ganz abgesehen von der Schwangerschaft, dem Alkoholkonsum und der Qualmerei…im Weltall. Nope!
      Ich bin auch ehrlich ein bisschen froh, dass Du kommentiert hast. Bei den vielen positiven Stimmen, die ich zu dem Buch gelesen habe, war ich schon etwas verwirrt, warum ich das Buch so komplett anders empfunden habe.
      LG Grit

      PS: Vielen lieben Dank fürs Verlinken 🙂

      • … vielleicht war May nicht umsonst am Anfang so verwirrt, als die KI sie mit „Commander“ angeredet hat.

        Hab es vorhin in den örtlichen Bücherschrank und hoffe, dass es dem nächsten Leser besser gefällt.

        Ich hab dich übrigens auch in meine Bloglist aufgenommen (weil ich deine Rezi so toll geschrieben fand; ich will hier öfter herkommen) 🙂

        LG
        Daniela

  2. Oh wie schade, dass es nicht so gut zu sein scheint, das Buch hätte mich auch interessiert. Aber mal schauen was meine Meinung davon ist. 😀
    Liebe Grüße, Aurora

    • der Klappentext ist hervorragend und die Anfangskapitel auf dem Raumschiff waren klasse. Aber dann wurde es einfach nur noch….unlogisch. Wie diese Figur jemals Astronautin werden konnte, ist mir so schleierhaft. Da war nix mit professionellem, antrainiertem Verhalten in Krisensituationen. Und auch so einige Dinge: die Tatsache, dass sie plötzlich schwanger war. Im Weltall. Oder dass sie in einer Rückblende ihren Mann auf einen Weltraumspaziergang mitnimmt und ihn mal kurzerhand von der Sicherungsleine abhakt, damit er bissl Spaß haben kann. Ich meine, WTF?

      Der Autor ist ja unbekannt, soll aber Hollywood-Autor sein. Das merkt man dem Buch extrem an, wenn ich ehrlich bin. Ich bin einfach mächtig enttäuscht von diesem Buch. Das hatte soviel Potential.

  3. Huhu Grit!
    Ohje, ein Satz mit X wie mir scheint! Dabei scheint das Thema ja durchaus Potenzial gehabt zu haben. Ärgerlich, auch für die vertane Lesezeit.

    Liebe Grüße!
    Gabriela

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