„Danse Macabre“
Originaltitel: Danse Macabre
Autor: Stephen King
799 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3453435737
Verlag: Heyne

»Wir erfinden Horror, damit wir im wahren Leben besser klarkommen.« Stephen King 
Der Meister des Horrors reicht uns die Hand zum Totentanz. Das Grundlagenwerk über die Geschichte des Horrors in Literatur und Film vom Viktorianischen Zeitalter bis heute. 

Danse Macabre ist Stephen Kings erstes Sachbuch, das 1983 erstmals erschienen ist. Mittlerweile gibt es dieses Buch in einer Neuauflage. Zur ersten Ausgabe erhielt King nach eigener Aussage viele Zuschriften von Horrorfans aus der ganzen Welt, die ihn auf Fehler hinwiesen. King ließ alles kurzerhand von Dennis Etchison (einem Horrorfan) auf seine Richtigkeit prüfen und korrigierte die Fehler in den späteren Ausgaben. Zu der mir vorliegenden Ausgabe gibt es drei Vorworte. Eins zur Entstehung des Buches, eins zur korrigierten Auflage von 1983 und eins zur Auflage von 2010. In seinem Vorwort von 2010 gesteht King, dass er noch immer begeisterter Horrorfan ist und nutzt die Gelegenheit, hier einige Horrorfilme der Jahre seit 1980 abzudecken. Schön fand ich, dass er sich nach eigener Aussage bei Blair Witch Project genauso sehr gefürchtet hat wie ich. Für mich einer der wenigen echten Horrorfilme, die mich nachträglich beeindruckt haben und damit meine ich, dass ich diesen Film nur einmal schauen konnte und danach unbedingt einen lustigen Zeichentrickfilm brauchte, weil ich so Angst hatte.

Aber nun gut. In Danse Macabre nimmt King das Horrorgenre und seine Geschichte unter die Lupe. King erzählt von seiner Kindheit und Jugend und startet einen Versuch zu ergründen, warum Menschen Horror konsumieren bzw. in seinem Fall künstlerisch erschaffen. Er analysiert Filme und – was mich sehr gefreut hat – äußerst ausführlich auch die Horrorliteratur anhand von 10 ausgesuchten Werken. Dabei nimmt King sich selbst nicht allzu ernst und das macht ihn mir als Menschen aus der Ferne sehr sympathisch. Bereits viele Vorworte, die er seinen Romanen und Kurzgeschichten vorangestellt hat, haben dieses Bild von ihm gezeichnet und ich mag das sehr. In Danse Macabre wird das alles nochmals sehr deutlich.

Desweiteren betrachtet King den Horror auch von der finanziellen Seite her, Film und Fernsehen, die im Genre rein der Geldmacherei produzieren und dabei mehr Müll hervorbringen als echte Juwelen zu erschaffen. Dabei spricht er auch an, dass manche Horrorfilme so schlecht sind, dass sie allein dadurch schon wieder gut sind. Und ich muss sagen, in diesem Punkt stimme ich ihm zu. Es gibt schlechte Horrorfilme, die es sich allein deswegen anzuschauen lohnt, weil sie so schlecht gemacht sind.

Im letzten Teil des Buches spricht King das Thema Moral an. Dabei sind einzelne Absätze immer wieder von Schreckensmeldungen unterbrochen, in denen schreckliche Verbrechen begangen wurden von Menschen, die dem Horrorgenre zugetan waren. Dabei bezieht King selbst klar Stellung dazu, dass das Horrorgenre selbst einfach nur ehrlich ist und die Gedanken weiterdenkt, die sich viele Menschen nicht einmal trauen, anzusprechen.

Moral ist, die Wahrheit so zu sagen, wie das Herz sie kennt.

S. 480, Danse Macrabe, Stephen King

Einen kleinen Schatz findet der geneigte Horrorfan – und jener, der es werden will – am Ende. Eine Liste mit 100 Filmen und 100 literarischen Werken des Genres, die zwischen 1950 und 1980 erschienen sind. Einige davon von King als besonders prägend für das Genre markiert. Das Titelregister selbst gibt dann nochmal einen Überblick über alle im Buch erwähnten Werke, das sich ebenfalls lohnt, durchzustöbern.

Danse Macabre hat mir sehr gut gefallen. Ich würde mich jetzt nicht als ultimativen Horrorfan bezeichnen und könnte deswegen jetzt auch nicht sagen, ob es gut recherchiert ist. Aber es war interessant, in das Thema Horror einzutauchen und darüber zu lesen. Kings erfrischende Art und der angenehme Selbsthumor machten es zu einer schnellen Lektüre, deren ausgiebiger Anhang mich noch eine Weile beschäftigen wird.


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