„Weiße Magie – mordsgünstig“
Originaltitel: The White Magic – Five and Dime (Tarot Mysteries #1)
Autor: Steve Hockensmith
241 Seiten / eBook
ISBN: 3423215917
Verlag: dtv

Als Alanis McLachlan erfährt, dass ihre Mutter ermordet wurde, hat sie sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Ihr seltsames Erbe: ein kleiner Laden für okkulten Bedarf in Arizona. Das lässt nichts Gutes vermuten – denn Alanis‘ Mutter war eine Trickbetrügerin mit zweifelhafter Karriere. Offenbar war ihre neueste Masche das Tarotkartenlegen. Wurde sie von einem betrogenen Kunden umgebracht? Alanis beschließt, ihr Erbe anzutreten, und übernimmt mit Hilfe eines Tarot-Handbuchs das Kartenlegen selbst. In der Hoffnung, dass der Mörder an den Schauplatz seiner Tat zurückkehrt …

Dank der lieben Seitenhain bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Immerhin habe ich ja grad die Cozy Crimes für mich entdeckt und da suchte ich dringend Lesenachschub. Weiße Magie – mordsgünstig klang interessant und die Onleihe hatte es auch vorrätig. Also, nix wie ran an den Speck.

Alanis, die ihren wahren Namen gar nicht kennt, ist mit einer Mutter aufgewachsen, die Trickbetrügerin war. Mit 16 Jahren schaffte sie es, sich von ihrer Mutter loszureißen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Von ihrer Mutter hörte sie dann für 20 Jahre nichts mehr. Alanis hat ein extrem lockeres Mundwerk und immer einen ziemlich witzigen Spruch parat. Die Menschen ihrer Umgebung schätzen sie da auch richtig ein, wenn sie dieses Mundwerk als reinen Selbstschutz interpretieren, der andere Menschen von Alanis fernhalten soll. Die Hintergrundgeschichte und Kindheit werden in Rückblenden erzählt und ich muss gestehen, dass ich Alanis‘ Geschichte einfach nur tragisch fand. Wie muss es wohl gewesen sein, eine Mutter zu haben, die ihr eigenes Kind eigentlich nur der Trickbetrügereien wegen brauchte und entsprechend nutzte. Das fand ich schon ziemlich heftig.

Dass Alanis ihrer Mutter, die ermordet wurde und ihr überraschenderweise alles hinterlassen hat, Gerechtigkeit angedeihen lassen will, ist dann scon fast nicht mehr nachvollziehbar, macht Alanis aber auf eine gewisse Weise sehr sympathisch.

Das Weiße Magie, den Laden, den ihre Mutter ihr hinterlassen hat, ist nur einer von mehreren in dem kleinen (fiktiven) Städtchen Berdache nicht unweit von Sedona in Arizona. Alanis, die weiß, dass ihre Mutter jede Menge Kunden abgezockt haben muss mit diesem Laden, möchte das auch wiedergutmachen, während sie gleichzeitig den Mord ihrer Mutter aufklärt.

Die Geschichte beinhaltet einige unerwartete Wendungen und für jemanden wie mich, der von Esoterik so gar nichts hält (und dementsprechend von dem ganzen Kram so gar keine Ahnung hat), waren die Tarotkarten eine witzige und wirklich unterhaltsame Sache. Alanis zieht sich bei der Deutung dieser Karten lauter hanebüchene Erklärungen aus den Fingern und hat mich damit mehr als einmal zum Lachen gebracht. Interessant fand ich den Ansatz, dass die Tarotkarten nur Erklärungen und Lösungsmöglichkeiten zeigen und keine echte Zukunft voraussagen. Das ist was, womit ich mich durchaus anfreunden kann. Der witzige Schreibstil hat mich durchaus überzeugen können und machte das Buch sehr kurzweilig. Sicherlich stand die Aufklärung des Mordes nicht unbedingt im Vordergrund, aber das tat dem Buch keinen Abbruch, auch wenn ich den wahren Mörder so auch nicht erwartet hatte und diese Wendung eher als konstruiert empfunden habe.

Weiße Magie – mordsgünstig hat mich hervorragend unterhalten und war einfach nur lustig zu lesen. An manchen Stellen konnte man nicht anders, als dumm vor sich hinzugrinsen. Alanis ist auf jeden Fall eine geniale Protagonistin, der ich gern noch in die anderen Romane folgen werde.


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4 Comments on “Hockensmith, Steve – Weiße Magie #1 – mordsgünstig

    • Nur ein bisschen. Es ist wesentlich weniger komplex aber die Figuren sind einfach nur liebenswert und Alanis ist echt ne coole Socke. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Ich bin auf Deine Meinung gespannt 🙂

  1. Freut mich, dass es dir gefallen hat! Vielleicht sollte ich da auch mal weiterlesen… nachdem ich mich mehr mit Highland-Cozies beschäftigt habe… xD

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