„Die letzte Crew des Wandersterns“
Autor: Hans-Arthur Marsiske
192 Seiten /eBook
ISBN: 9783356022278
Verlag: Hinstorff
[Werbung, da Rezensionsexemplar]

Für die Bewohner einer abgelegenen Insel ist es der schnelle Wanderstern, ein Magier des Himmels und Mittler zwischen den Lebenden und den Toten. Für die übrige Welt ist es die Internationale Raumstation ISS, Weltraumlabor und seit 30 Jahren Ausdruck der friedlichen Zusammenarbeit im All. Dort bereitet eine vierköpfige Besatzung im April 2028 deren endgültige Stilllegung vor. Doch bei den abschließenden wissenschaftlichen Experimenten machen die Astronauten eine unerwartete Entdeckung. Der Wanderstern hat noch eine letzte Botschaft an die Erde …

Bei Ralf nebenan gab es einen Beitrag zu Die letzte Crew des Wandersterns, wodurch ich auf das Buch aufmerksam wurde. Auch wenn Ralfs Bewertung nicht ganz so positiv ausfiel, war ich neugierig geworden und der Hinstorff-Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensions-eBook zur Verfügung gestellt.

Die 192 Seiten bieten extrem viel Wissen und parallel dazu jede Menge philosophische Fragen. Alles integriert in die letzten Tage auf der ISS und den Noch-Alltag der ISS-Crew. Die gefundenen Mars-Proteine rückten dabei fast in den Hintergrund. Ralf bemängelt, dass der Autor es versäumt hätte, eine spannende Geschichte zu erzählen und ich denke, dieses Buch ist in dieser Hinsicht tatsächlich eine Geschmacksfrage, denn das Fehlen einer grundliegenden spannenden Handlung hat dem Buch in meinen Augen keinen Abbruch getan. Ich empfand es als sehr angenehm, die philosophischen Fragen auf mich wirken zu lassen und mich gleichzeitig zu den wissenschaftlichen, technologischen und historischen Fakten durch die Wissensdatenbanken des WWW zu graben.

Parallel zu den einzelnen Mitgliedern der Crew folgen wir Jaiya, die mit ihrem Volk auf einer kleinen Insel lebt. Wir erfahren nicht, welche Insel und wo, aber die naturnahe Lebensweise von Jaiya und den Inselbewohnern steht in starkem Kontrast zum wissenschaftlichen Fortschritt unserer Gesellschaft. Dabei war besonders das Ende einerseits ziemlich Gravity-mäßig, falls jemand den Film gesehen und die abschließende Symbolik für die Evolution des Menschen in Erinnerung hat. Dabei machte es Hoffnung für die Frage, ob eine Kommunikation mit außerirdischem Leben überhaupt möglich sein wird, denn Kommunikation findet nun einmal auf mehr Ebenen statt als nur der sprachlichen.

Einige Fragen hängen mir auch noch im Gedächtnis nach. Auch Dinge, über die ich so auch nie nachgedacht hatte, z.B. über das Columbus-Modul der ISS oder darüber, von welchen Aspekten der menschlichen Geschichte wir unsere Ambitionen beeinflussen lassen. Können wir unseren Forschungsdrang wirklich ethisch und moralisch vertretbar ausleben?

Die letzte Crew des Wandersterns ist in der Tat keine Geschichte voller Spannung und Action. Wer allerdings gern philosophische Ansichten und wissenschaftliche Theorien beleuchten möchte, wird hier voll auf seine Kosten kommen und dafür kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.


Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Hinstorff Verlag für das Rezensionsexemplar.

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