„Duddits“
Originaltitel: Dreamcatcher
763 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3548254152
Verlag: Ullstein

Henry, Jonesy, Biber und Pete besuchen dieselbe Schule und sind die dicksten Kumpels. Und sie haben einen fünften Freund, der etwas ganz besonderes ist: Duddits, ein Junge mit Down-Syndrom aus der Sonderschule, den sie einmal vor älteren Mitschülern in Schutz genommen hatten und mit dem sie seither den größten Teil ihrer Freizeit verbringen. Duddits mag zwar über den IQ einer Vogelscheuche verfügen, aber er ist witzig und liebenswert. Außerdem ist er mit einer telepathischen Begabung gesegnet, die sich ansatzweise auch auf die vier Freunde überträgt und einen Großteil ihrer engen Verbundenheit ausmacht — auch wenn sie sich dessen kaum bewusst sind.

25 Jahre später: Die Lebenswege der Jugendfreunde haben sich weitgehend getrennt, doch jeden November gehen sie in den Wäldern von Maine gemeinsam auf die Jagd. Als sie auf ihrer Jagdhütte eingeschneit werden, nehmen sie die Radiomeldungen über seltsame Lichter am Himmel nicht weiter ernst, bis eine Megafonstimme aus einem Hubschrauber die Gegend zum Sperrgebiet erklärt. Von einer geheimnisvollen Epidemie ist die Rede, und aus der Ferne ertönen Schüsse, eine Explosion dröhnt durch den Wald. Für die vier Freunde beginnt ein Albtraum, der sie in die Vergangenheit führt, bis an die Grenzen ihres Vorstellungsvermögens.

Bei Duddits versucht Stephen King sich wieder am Thema Aliens und setzt das doch um einiges besser um, als er es in Das Monstrum getan hat. Auch wenn ich der Meinung bin, dass er besser die Finger von diesem Thema lassen sollte, so liefert er in Duddits doch viele Dinge, die er hervorragend beherrscht: starke, realistische Figuren; eine enge Freundschaft, die weit über die Kindheit hinaus besteht; spannende Handlungsstränge.

Es gibt sehr viele Verknüpfungen mit ES, was bei der Grundthematik nicht verwunderlich ist.

Was mir besonders gefallen hat war die Freundschaft von Henry, Pete, Jonesy und Biber mit Duddits, auch wenn sie sich später etwas aus den Augen verloren haben. King schafft es hier erneut, Kindheit und Freundschaft glaubhaft darzustellen und dadurch beim Leser doch etwas Wehmut aufkommen zu lassen. Andererseits bedient sich King allerdings doch etwas am Klischee, dass Menschen mit Behinderung über übernatürliche Fähigkeiten verfügen.

Die Freundschaft wird immer wieder in Rückblenden erzählt und bindet Duddits so direkter ins Geschehen der gegenwärtigen Handlung ein.

Die Handlungsstränge werden am Ende sehr schön zusammengeführt, allerdings störten mich zwischendrin einige Kapitel, die das Buch unnötig in die Länge zogen. Die wechselnden Perspektiven machten es interessant und spannend. Wirklich gekränkelt hat die Geschichte an Abraham Kurtz, dem Befehlshaber der Operation Blue Boy, die die Aliens auslöschen soll. Kurtz war unglaublich unsympathisch und noch dazu ein äußerst anstrengender Lückenfüller, den es für die Geschichte selbst nicht gebraucht hätte. Dass gerade seine Kapitel zu den längeren gehörten, hat die Sache nur noch anstrengender gemacht. Ohne ihn hätte das Buch wesentlich besser funktioniert.

Duddits hat mir wesentlich besser gefallen als Das Monstrum. Trotzdem liegt meine Bewertung eher im Mittelfeld, weil die Dinge, die mich wirklich genervt haben, durch den positiven Rest einfach nicht aufgewogen werden konnten. Das ist also auch so ein Buch, das ich nicht unbedingt nochmals lesen werden. Aber, immerhin hab ich es endlich mal gelesen. Reicht.

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