„Persepolis Erhebt sich“
Originaltitel: Persepolis Rising
Autor: James Corey
637 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 9783453319424
Verlag: Heyne
[Werbung, da Rezensionsexemplar] 

Bis weit in die Tiefen des Alls ist die Menschheit vorgedrungen. Gewaltige Tore haben den Weg in fremde Sternsysteme geöffnet, und nun werden ein Planet nach dem anderen besiedelt. Währenddessen haben sich die Erde, der Mars und der Asteroidengürtel verbündet. Doch der neu gefundene Friede bröckelt, als auf einer der neuen Koloniewelten ein Despot seine Herrschaft um jeden Preis verlängern will und eine namenlose Macht geweckt wird, der selbst James Holden und seine Crew machtlos gegenüberstehen …

Nachdem Babylons Asche eine ruhigere Gangart angeschlagen hatte, erleben wir mit Band 7 einen kleinen Sprung in die Zukunft, denn die Handlung des Romans beginnt ungefähr 30 Jahre nach dem Ende des 6. Bandes.

Das allein war für mich gewöhnungsbedürftig, allerdings bringt Band 7 die Geschichte extrem vorwärts. Anfangs wusste ich nicht, was mich nach Babylons Asche erwarten würde und was es da noch so an interessanten Dingen zu erzählen gäbe, aber sagen wir mal, dass meine Befürchtungen absolut unbegründet waren. Da steht uns wirklich noch einiges bevor, auch wenn nach Persepolis erhebt sich nur noch zwei weitere Bände erscheinen werden, die es aber – so vermute ich – noch mal ganz schön krachen lassen werden.

Aber zurück zum Buch: 30 Jahre sind vergangen seit der Konflikt zwischen der Erde-Mars-Koalition und den Gürtlern einem scheinbar stabilen Frieden gewichen ist. Die Menschheit als Ganzes erholt sich so langsam von den über Generationen andauernden internen Konflikten und die Gürtler scheinen auch so endlich gleichberechtigt leben zu können. Aber nun ja, was macht man nach 6 Bänden in einer Reihe, die einem schon so ungefähr alle möglichen Szenarien um die Ohren gehauen hat? Genau, man baut zum Ende der 6 Bände eine kleine Nebenstoryline ein und macht diese zwar zum Bestandteil der Gesamtgeschichte, aber im 7. Band holt man sie wieder hervor und lässt es krachen. Ja, die Ringtore ermöglichten es der Menschheit, neue Planeten zu besiedeln. Ja, das Protomolekül ist noch irgendwo da draußen. Und ja, beides zusammen bietet ungeahnten Stoff für noch ein paar Romane.

Die Crew der Rocinante ist gealtert. Alle anderen Spieler auf dem Feld sind das ebenso. Aber während Naomi und Jim in Rente gehen wollen, legt die Invasion von einer der kolonisierten Welten diese Pläne vorerst auf Eis. War das Protomolekül noch ein erschreckender Gegner, so ist ein Despot mit einer Schar von überzeugten (in gewisser Weise fanatischen) Anhängern und Zugriff auf die Technologie der Protomolekülerschaffer eine ganz andere Hausnummer. Während man als Leser also mit der Menschheit mitfiebert, ob sie diesem neuen Gegner die Stirn bieten kann, so fragt man sich doch gleichzeitig, ob dieser Despot nicht doch den echten Frieden und die Stabilität bringen kann, der die Menschheit komplett vereint.

Das Ende des Buches macht einem dann schnell klar, dass hier kein Irrer der Marke Inaros die Fäden zieht, sondern jemand, der eigentlich schlüssige Argumente hat, denen ich mich als Leser auch einfach nicht entziehen konnte.

Der letzte Dialog des Buches haut dann auch so richtig rein und macht klar, dass der nächste Band es dann wirklich in sich haben wird.

Der Titel von Band 8, Tiamat’s Wrath, der im März 2019 auf englisch erscheinen wird, lässt den geneigten Expanse-Fan dann auch schon einiges spekulieren, was auf uns zukommen wird.

Ein genialer Weitergang der Reihe: Es gibt Action. Es gibt Menschlichkeit. Es gibt Politik. Es gibt Kämpfe. Und spätestens jetzt zeichnet sich ein Gesamtbild ab, das zu Beginn der Reihe nur als loser Handlungsstrang wahrgenommen wurde. Da kommt noch was, liebe Freunde. Da kommt noch was.

Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Heyne Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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