„Das Dunkel der Sterne“
Originaltitel: A Night Without Stars
Autor: Peter F. Hamilton
928 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3492703925
Verlag: Piper

Der Planet Bienvenido konnte zwar endlich aus der Leere ins Universum zurückkehren. Doch er ist Millionen Lichtjahre vom Commenwealth entfernt und die Menschen sind in ihrer erbitterten Schlacht gegen die Faller auf sich allein gestellt. Diese haben fast jeden Bereich der Gesellschaft infiltriert, nur darauf aus, das menschliche Leben zu zerstören. Aber es gibt Hoffnung: Eine mysteriöse Gestalt, die als kriegerischer Engel bekannt ist, führt den verzweifelten Widerstand an. Und der Astronaut Ry Evine macht eine Entdeckung, die die Rettung bedeuten könnte – oder den Untergang der Menschheit …

Wo fange ich am besten an, ohne meine Rezension nur mit ‚Oh mein Gott‘ und ‚Scheiße, war das geil‘ zu befüllen?

Der erste Band endete ja ein kleines bisschen auf einen Cliffhanger und ich muss gestehen, ich wusste nicht, wie Hamilton das weiterführen wollte. In Band 2 sind wir wieder auf Bienvenido, wo sich nach Slvastas Revolution ein totalitäres, kommunistisches Regime entwickelt hat. Nachdem Bienvenido aus der Leere befreit wurde, kann sich die Technik endlich wieder entwickeln, allerdings sind die telekinetischen und telepathischen Fähigkeiten der Menschen verschwunden, weil sie eine Besonderheit der Leere waren.

Technisch gesehen befindet sich Bienvenido ungefähr auf dem Stand des 20./21. Jahrhunderts unserer Welt, aber die Bedrohung der Faller ist nach der Transition noch gravierender als in der Leere.

Wir folgen erneut einer Reihe an Figuren. Die erste Beschreibung des Kriegerengels, der als Mythos auf Bienvenido herumgreistert, wird schnell klar, dass es sich nur um Kysandra handeln kann, auch wenn seit dem Verlassen der Leere über 250 Jahre vergangen sind.

In Band 1 wurde bereits erklärt, dass die Menschen auf Bienvenido ursprünglich aus dem Commonwealth kommen und somit auch die genetischen Veränderungen haben, die wir von den Menschen aus dem Commonwealth kennen. Die Advancer-Gene wurden innerhalb der Leere über die Generationen hinweg weitervererbt, wenn sie auch nie wirklich aktiv waren. Erst durch das Verlassen der Leere wurden sie wieder aktiviert, aber auch hier nicht bei allen. Dadurch hat sich eine Zwei-Klassengesellschaft entwickelt, in der – bedingt durch Slvastas psychotische Paranoia – die Menschen mit aktiv-funktionierenden Makrozellulären Clustern als Elitäre unterdrückt werden, denen Zugang zu bestimmten Studiengängen oder gewisse berufliche Erfolge verwehrt wird.

Angelehnt an die Staatssicherheit der DDR, gibt es auf Bienvenido das PSR, das sich eigentlich mit dem Kampf gegen die Faller beschäftigen soll, bei der Gelegenheit aber auch Elitäre schikaniert. Die Methoden hier sind erschreckend bekannt aus der Geschichte und auch der sich entwickelnde Fanatismus wird hier betont, ganz deutlich in der Figur der Jenifa.

Es gibt vier Hauptfiguren mit den entsprechenden Handlungssträngen. Zum einen ist da Florian. Ein Elitärer, der sich als Forstarbeiter in die Wälder zurückgezogen hat. Als er zusammen mit einem Vatni wildern gehen will, landet ein ‚Ufo‘ und übergibt ihm ein Baby, das er einen Monat lang vor dem PSR und den Fallern beschützen soll, weil das Mädchen die Rettung für Bienvenido bedeutet. Ich weiß, das klingt verrückt, aber glaubt mir, es ist es wert!

Wir folgen zudem Ry Evine, einem Astronauten des Libertyraumfahrtprogramms, der vor seinem ersten Flug in den Orbit steht, um einen weiteren Baum der Faller zu zerstören.

Im PSR folgen wir Captain Chaing in seinem Kampf gegen die Faller-Nester, die sich über ganz Bienvenido verteilt etablieren, und der im Laufe des Buches immer mehr in die politischen Intrigen und Verwicklungen des PSR hineingezogen wird.

Zu guter Letzt ist da noch Stonal, der Chef von Sektion 7, einer geheimen Spezial-Untereinheit des PSR, der Chaing rekrutiert.

Wie immer fragt man sich am Anfang eines jeden Handlungsstrangs, wie das alles zusammenpassen soll und wie immer führt Hamilton es meisterhaft zusammen. Dabei hat er den einen oder anderen Hammer parat, der zumindest mir mehr als einmal eine ‚Boah, genial‘ entlockt hat.

Beeindruckend fand ich, wie Hamilton es schaffte, die Paranoia und den Fanatismus von Jenifa einzufangen. Und wie beides so weit verbreitet ist in der Gesellschaft, das jeder jeden irgendwie ausspioniert.

Als die Faller dann doch zu ihrem großen Schlag ansetzen, fragt man sich, welche Chancen die Menschen auf Bienvenido haben. Aber zum Glück gibt es da noch den Kriegerengel und das Baby, dessen Identität ich hier keinesfalls verraten möchte, weil … Wahnsinn!!!!

Das Dunkel der Sterne ist ein krönender Abschluss dieser Duologie und ein beeindruckender Abschied aus dem Commonwealth Universum, das ich zugegebenermaßen nur sehr ungern verlasse, aber in das ich jedes Mal mit Begeisterung zurückkehre.

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