„Tödliche Geheimnisse“
Autorin: Susanne Schnitzler
276 Seiten / eBook
EAN: 9783955561048
Verlag: Wurdack

Als auf dem Planeten Nonterrabat, von dessen Existenz kaum jemand weiß, ein Mord geschieht, lenkt dies die Aufmerksamkeit des Instituts auf einen alten Bekannten, der auf Malnaer ein Reiseunternehmen betreibt. Auch der dortige Geheimdienst interessiert sich für die Wellnessreisen, für die Teilnehmer aus allen Teilen des Universums nach Malnaer kommen, um in die Schönheitsklinik einer Dr. Dana Ruskin auf Nonterrabat weiterzufliegen.

Captain Jane Kneifel und ihre Crew haben gerade einen Auftrag für das Institut durchgeführt. Bevor sie ihre Ladung abliefern können, erhalten sie eine neue Order: Sie sollen die Reisegruppe nach Nonterrabat bringen und während der sieben Tage, welche die Teilnehmer dort verbringen, Augen und Ohren offenhalten. Im Gegensatz zu ihren früheren Aufträgen klingt das schon fast nach einer Erholungsreise.

Doch als sie mit der Heiteren Gelassenheit über Nonterrabat aus dem Mengerraum springen, überschlagen sich die Ereignisse. Auf sich allein gestellt, muss das Team nicht nur mit der Hilfe des Bordcomputers Huxley den Frachter wieder auf Vordermann bringen, sondern wird auch mit den Auswirkungen konfrontiert, die ein zerstörter Mentalfeldgenerator verursacht. Sie verfolgen die Reisegruppe und bekommen unerwartete Unterstützung von einem tot geglaubten Ehemann, dessen Lebensretter und einer Unsterblichen, die nicht mehr leben möchte.

Um die SF-Reihe Die neunte Expansion bin ich schon eine Weile herum geschlichen. Dabei liebe ich die Idee eines großen Sandkastens, in dem sich Autoren austoben können. Da man die Bände der Reihe voneinander losgelöst lesen kann – außer, so wurde mir empfohlen, wenn derselbe Autor dahintersteht – dachte ich mir, ich fang mal mit den Autorinnen an, nachdem ich dieses Jahr ja sowieso bewusster Scifi von Frauen lesen möchte.

Meine Wahl fiel auf den 18. Band von Susanne Schnitzler, Tödliche Geheimnisse. Susanne Schnitzler lektoriert – soweit ich das mitbekommen habe – auch für die Reihe und Tödliche Geheimnisse ist wohl ihr Debütroman. Das hat man dem Buch aber so gar nicht angemerkt und hätte ich es nicht vorher gewusst, wäre es mir nicht im Traum eingefallen, dass Susanne Schnitzler vorher noch keine Bücher veröffentlicht hat.

Mit der Crew der Heiteren Gelassenheit präsentiert sie uns einen sympathisch-chaotischen Haufen, der locker mit den Crews der Firefly oder der Wayfarer mithalten kann. Mit dem Einschätzen des Alters von Captain Kneifel hatte ich so meine Schwierigkeiten, was wahrscheinlich daran liegt, dass mir ein bisschen der Bezug zum restlichen Universum der neunten Expansion fehlt. Nichtsdestotrotz war es eine Freude, Jane und ihrer Crew bei ihrem Abenteuer auf Nonterrabat zu folgen. Mit 276 Seiten ist das Buch fast viel zu schnell weggelesen und ich persönlich hätte mir gern 200 Seiten mehr gewünscht, um noch mehr über die Hintergründe zu allem zu erfahren.

Was mich ein bisschen verwirrt hat, waren die verrückten Namen, die so einige Figuren hatten. Bei Alfons Zuckerstange las mein Hirn grundsätzlich Zitterbacke (don’t ask) und mit den Verwandtschaftsverhältnissen der Schnosulers kam ich auch nicht klar. Bei Anthony Pierce musste ich immer zu meinem Piers Anthony-Buch rüberlunzen, das ich letztens im Offenen Bücherschrank ausgegraben hatte, und fragte mich schon das eine oder andere mal (okay, eigentlich ständig), ob das eine kleine Hommage war. Ich muss gestehen, dass mich das alles nur noch neugieriger auf die anderen Bände der Reihe gemacht hat. Nadine Boos‘ beide Bücher und das von Karla Schmidt liegen schon auf meinem digitalen Lesestapel.

Tödliche Geheimnisse ist unterhaltsam bis zum Schluss. Die Offenbarung der Unsterblichkeit war schon eine gewisse Überraschung und Jane, Anthony, Goldblum und Co. sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich sehr auf weitere Abenteuer der Heiteren Gelassenheit hoffe.


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