„Nightflyers“
Originaltitel: Nightflyers
Autor: George R. R. Martin
203 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3764532270
Verlag: Penhaglion
[Werbung, da Rezensionsexemplar]

Melantha Jhirl ist eine Kämpferin, und sie soll acht Wissenschaftler auf einer gewagten Expedition beschützen. An Bord des Raumschiffs Nightflyer brechen sie auf, um die rätselhafte Rasse der Volcryn zu erforschen. Doch sie sind nicht allein an Bord! Als der Telepath des Teams eine seltsame Präsenz an Bord spürt, ist es bereits zu spät. Das Wesen ermordet Melantha Jhirls Schützlinge. Sie ist die einzige, die es aufhalten kann – doch dafür muss sie selbst am Leben bleiben … 
Mit fünfzehn Illustrationen des mehrfach ausgezeichneten Illustators David Palumbo. 

Der Klappentext klang echt klasse und ich bin mit extrem viel Freude an das Buch gegangen. Leider muss ich sagen, dass George R. R. Martin mich bisher mit seinen Ausflügen ins Scifi nicht wirklich überzeugen konnte. Während er in seinen Fantasywerken eine berauschende Wortgewalt an den Tag legt, habe ich das Gefühl, dass ihm bei seinen Scifi-Romanen nie die richtigen Worte einfallen wollen. Und das spürt man beim Lesen dann schon sehr. Nicht nur, dass die Handlung lieblos hingeklatscht wird, die Figuren bleiben noch dazu extrem oberflächlich und vermissen jede Tiefe, die man aus seiner Game of Thrones-Reihe kennt. Bei Nightflyers kam noch hinzu, dass es einfach alles schräg und unwirklich wirkte und die Handlung für mich sehr vorhersehbar war. Müsste ich den Roman mit einem Satz zusammenfassen, dann würde ich sagen, es sei Martins Versuch, Hitchcocks Psycho ins Weltall zu verlegen nur ohne berühmte Duschszene.

Die Figuren im Buch lassen sich nur schwer auseinanderhalten. Einzig Melantha Jhirl stach heraus, aber auch hier erachtete Martin es als nötig, in jedem ihrer Dialoge einbauen zu müssen, dass sie doch ein verbessertes Modell sei. Das ging mir als Leserin spätestens beim dritten Mal mächtig auf den Zeiger. Zwischen der nicht wirklich vorhandenen Handlung und jeglicher fehlender Spannung, gab’s mächtig viel Sex der Sorte jeder mit jedem, was nichts zum Buch beisteuerte und allein deswegen nicht nur gezwungen wirkte sondern auch einfach nur nervte.

Was sich im Buch wirklich lohnt sind die Illustrationen. Die sind einfach herausragend und erzählen in meinen Augen mehr eine Geschichte, als es die Wörter und Zeilen zwischen Buchdeckel und Buchrücken tun. Sie sind es auch, die die Bewertung etwas hochziehen.

Dass aus diesen 203 Seiten eine ganze Fernsehserie gestrickt werden soll, erscheint mir schleierhaft. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass man für das Fernsehpublikum wesentlich mehr draus machen kann, als das Buch tatsächlich bietet. Der einzige Vorteil bei Nightflyers ist, dass die 203 Seiten schnell gelesen sind und man am Ende nicht das Gefühl hat, einen riesigen Teil seiner Zeit verschwendet zu haben. Man kann es also lesen, oder man kann es auch bleiben lassen. Am Ende hat man so oder so nicht wirklich was verpasst.


Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Penhaglion-Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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