„Mangfall ermittelt – Der erste Fall: Filmriss“
Autor: Harry Kämmerer
315 Seiten / eBook
EAN: 9783862222049
Verlag: Volk Verlag München

Der Himmel über München
… hat eine giftige Farbe. Schwefel. Andrea Mangfall fährt mit dem Rad durch die Stadt. Nur wenige Autos, fast keine Leute, kaum Sound. Als würde die Stadt die Luftt anhalten. Alles elektrostatisch aufgeladen.
Beim Polizeipräsidium knallt es. Ein violetter Blitz spaltet den jetzt dunkelgrünen Himmel. Andrea schafft es gerade noch ins Gebäude, bevor alles hinter einem Hagel-Vorhang verschwindet. Sie starrt in den Sturm. Weißes Rauschen. Wie in ihrem Kopf. Vier Tote in einer Woche, das ist zu viel!
Harry Kämmerer hat eine Neue und die löst im Volk Verlag ihren ersten mörderisch guten Fall: Filmriss. Ein Krimi und München-Roman, der die Stadt leuchten lässt – rasant, spannend und mit so manch unerwartetem Abgrund.

Der Volk Verlag ist den meisten Leseratten Münchens ein Begriff. Die Eltern von Verleger Michael Volk kenne ich durch den Bürgerkreis, ganz liebe und sehr engagierte Menschen, die mir sehr sympathisch sind. Mangfalls zweiten Fall hatte ich eigentlich schon lange auf meiner Wunschliste stehen, aber den wollte ich nicht lesen, ohne den ersten gelesen zu haben. Nachdem mir der zweite Fall dann letzten Samstag spontan in der Lieblingsbuchhandlung in den Einkaufskorb sprang, bestellte ich mir noch spontan das eBook von Fall 1.

Mit Polizeioberkommissarin Andrea Mangfall präsentiert uns Harry Kämmerer eine dreißigjährige Polizistin, in deren Leben nicht unbedingt alles super glatt läuft. Sie ist sympathisch chaotisch, emotional etwas unentschlossen, wenn es um die Liebe geht und dafür mit Leib und Seele bei ihrem Beruf. Während ihr Bruder Paul, mittelloser Musiker mit Hang zum Oberchaos, schon seit einem halben Jahr nur ‚vorrübergehend‘ bei ihr wohnt und mit Kriminaltechniker Tom zwar etwas Gefühle im Spiel sind, zu denen sie sich aber irgendwie nicht so richtig bekennen kann, folgen wir Andrea durch die Ermittlungen in vier mysteriösen Mordfällen, wovon zwei miteinander schon sehr arg verbunden sind.

Frei nach dem Motto, jeder Zufall ist einer zuviel, hängt man gedanklich bei Andrea und versucht zu ergründen, wer denn nun wen und warum getötet hat.

Der zackige Erzählstil lässt das Buch schnell lesen und auch wenn er vielen Lesern gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, so ist er doch aus dem Leben gegriffen und wirkt geradezu natürlich.

Und jedem, der München liebt und der es kennt, wird es eine Freude sein, beim Lesen die Stadt vor dem inneren Auge zu sehen.

Es mag keine große Literatur sein, aber es ist ein unterhaltsames und auch spannendes Buch mit vielen verrückten Wirrungen und falschen Fährten. Andrea ist sympathisch und die restlichen Figuren auch. Ich freue mich jetzt sehr auf Band 2. Manchmal muss einfach mal ein Krimi sein, der die gewohnte Leserichtung etwas umleitet. Das hat jetzt irgendwie echt Spaß gemacht.

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