„Star Wars: Phasma“
Originaltitel: Star Wars: Phasma
506 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3734161509
Verlag: blanvalet
[Werbung da Rezensionsexemplar]

Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis …
Phasma, eine der klügsten und gnadenlosesten Sturmtruppen-Anführerinnen der Ersten Ordnung, genießt die Gunst ihrer Vorgesetzten, den Respekt ihrer Kollegen und die Angst ihrer Feinde. Doch trotz ihres Rufes ist sie genauso undurchsichtig wie ihr glänzender Chromhelm. Nun ist ausgerechnet einer ihrer erbittertsten Gegner fest entschlossen, hinter ihre tiefsten Abgründe zu kommen – und ein Geheimnis ans Licht zu bringen, das Phasma schonungslos und ohne Rücksicht auf Verluste zu verteidigen bereit ist

Auch wenn ich vom neuen zu Disney gehörenden Star Wars nicht sonderlich begeistert bin, so komme ich doch weiterhin nicht drum rum, Star Wars-Romane zu lesen. Han Solo wird für mich also nicht tot sein und auch nie einen Sohn namens Ben haben sondern weiterhin drei Kinder, aber lassen wir das. Mit Captain Phasma wurde vor „Das Erwachen der Macht“ viel geworben und ihre Figur wurde gnadenlos gehypt. Sie sieht aber auch toll aus in ihrer Chrom-Rüstung. Dass ich am Ende vom Film nicht nur hinsichtlich des komplett ignorierten bisherigen Canons enttäuscht war, der 25 Jahre Expanded Universe Romane zunichte machte, sondern auch von Captain Phasma kaum was zu sehen war auf der Leinwand, sei jetzt mal dahingestellt. Captain Phasma interessiert mich so wie es alle guten Antagonisten und Bösewichte tun. Nein, Kylo Ren zählt nicht dazu, aber ich will mich jetzt wirklich nicht über diesen Möchtegern-Darth-Vader-Verschnitt auslassen.

Delilah S. Dawson liefert mit ihrem Buch die Hintergrundgeschichte zur Figur Captain Phasma. Und wie es sich gehört, einen guten Bösewicht als solchen zu erhalten, erfahren wir diese Geschichte nicht durch die Augen von Phasma selbst. Seien wir ehrlich, wer hat schon gern Mitgefühl mit bösen Menschen, wenn man ihren Leidensweg kennt, der sie dazu gemacht hat? Und seien wir noch ehrlicher, dieses Mitgefühl entsteht meistens erst, wenn uns die Hintergrundgeschichte eines Antagonisten durch dessen Augen präsentiert wird und wir mit seinen Gefühlen konfrontiert werden. Eben! Wir wollen Bösewichte hassen und uns vor ihnen fürchten. Wir wollen sie nicht reparieren und wir wollen sie nicht bemitleiden. Wer nimmt Darth Vader nun schon noch ernst, seit er ihn als sympathischen und äußerst nervigen kleinen Jungen gesehen hat, dessen Liebe und Verlustängste ihn zu einem Monster machten? Siehste? Sag ich doch.

Mit Phasma liefert Dawson eine gute Hintergrundgeschichte ab. Wir erleben Phasmas Weg zur ersten Ordnung, erfahren wie sie aufgewachsen ist und was sie alles getan hat. Und dabei bleibt sie weiterhin die mysteriöse Figur, an der wir etwas Menschlichkeit vergeblich suchen.

Phasma, geboren auf Parnassos, einem Planeten, der der Erde nach einer nuklearen Katastrophe ähnelt, wächst in ihrem Stamm den Scyre auf. Einziges Mitglied ihrer Familie ist ihr Bruder Keldo. Ein Mitglied des Widerstands, Vi Moradi, wird von der Ersten Ordnung gefangen genommen. Captain Cardinal, zuständig für die Ausbildung von Kindern zu Soldaten, verhört sie und will alles über Phasma wissen, weil er Phasma absägen will.

Vi ist es, die Phasmas Geschichte erzählt, die sie wiederum von der einzigen noch lebenden Person erfahren hat, die Phasma kannte. Die Art der Erzählung hat mir gefallen und nichts daran hat irgendetwas daran geändert, dass Phasma eine Überlebenskünstlerin ist, die ihre Ziele stur verfolgt und sich anpassen kann.

Das ist der Unterschied zwischen uns. Ich weiß, was ich bin, und ich akzeptiere es. Ich bin stolz darauf. Ich habe für alles gekämpft, was ich habe und für alles, was ich bin. Sie hingegen? Sie sehen nun, was Sie sind, und Sie hassen es. Sie schämen sich. (Phasma, S.490)

Phasma ist eine für mich beeindruckende Figur. Und das Buch hat genügend Hintergründe geliefert, dass sie auch weiterhin beeindruckend ist. Ihr fehlt jegliches menschliches Mitgefühl. Sie lebt nach dem Recht des Stärkeren und verachtet Schwäche. Sie wurde nicht so gemacht. Sie wurde so geboren. Und das finde ich mal wieder wesentlich erfrischender, als einen Bösewicht, der Rache sucht, weil seine Mutter von Wüstenmenschen getötet wurde, oder weil Mama und Papa nicht so eindrucksvoll sind wie Opa.

Ein gelungener Roman, der sich gut lesen lässt, voll Spannung und Faszination, und der beeindruckend beschriebenen toten Welt Parnassos. Definitiv ein Highlight im Dschungel der Star Wars-Romane, die handwerklich unter aller Kanone waren und eine Leseempfehlung für Fans vom neuen und dem alten StarWars.

Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim blanvalet-Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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