Mei, war das gestern warm. Echt warm. Voll der Sommertag, der 29. August. Zeit für ausgiebiges Abendessen und Wäsche raushängen und einigen ‚ach das mach ich dann morgen Gedanken‘. Naja, die geretteten Palmenstümpfe wollte ich schonmal in Lola einladen (side note: that’s my car. Ja, ich gebe Dingen gerne Namen und habe eine emotionale Beziehung zu ihnen, verklagt mich doch). Leider hat das Liesel die Rettungsaktion nicht überlebt. Ihr Stamm war hohl und dank Mutter Schnutes Pflanzengießwahn hatte sie auch nasse Füße. Auch Benny, der gerettete Ficcus, war ungerettet geworden. Naja, nehmen wir halt beide Töpfe, nicht dass die groß und schwer wären, aber was macht ein fauler Mensch nicht alles, wenn er nicht zweimal gehen will. Es war ja warm, fix Kippe in den Mund gesteckt, Feuerzeug irgendwo zwischen die Finger der rechten Hand geklemmt, den Schlüssel am Ringfinger der linken Hand baumen lassen und beide Töpfe samt Liesel- und Bennyleiche irgendwie hochbekommen. Nächster Schritt, rauschmarschiert. Ok, marschieren konnte man das nicht nennen. Ehrlich mal, wer erfindet Wohnungstüren, die man nach innen öffnen muss wenn man rauswill? Da hat wohl jemand mal so gar keine Ahnung gehabt.

Frau SchnorchelschnuteKarlchenKackiePissiePete (das ist mein Hund und eigentlich heißt sie Molly aber so nennen wir sie nur, wenn sie was ausgefressen hat) wollte mir helfen, die Tür zu öffnen (Spoiler: hat nicht funktioniert) und als die Tür dann irgendwie meinem Ellenbogen oder meiner Arschbacke (so richtig sicher bin ich mir nicht, welches meiner Körperteile nun der Held in dieser Erzählung ist) nachgab und sich endlich endlich öffnete (übrigens, die Tür quietscht, voll das Klischee, ich weiß), wollte Frau SchnorchelschnuteKarlchenKackiePissiePeteMistköter mir auch noch beim Laufen helfen, indem sie kurzerhand mit all ihrer Kraft meinen rechten Fuß hochstemmte.

Ich weiß ja nicht, was bei ihr so falsch gelaufen ist im Leben, aber ein Hund mit 35cm Stockmaß und 7,6kg Lebendgewicht sollte nicht so einen Größenwahn entwickeln. Erfahrungsgemäß (Fußnote: meiner Erfahrung nach, nicht der Hundeerfahrung nach) hält der Hundekörper meinem Schritt nicht stand. Während ich also versuchte, meinem mittlerweile schreienden Hund, weil sie gegen die Tür gestupst ist, nicht noch auf die Haxen zu treten, stellte ich fest, dass 35 cm Stockmaß durchaus in der Lage sind, eine 1,65m große Frau Schnute zu Fall zu bringen. Wie man das ja immer so schön in Filmen suggeriert bekommt, verlaufen solche Dinge in Zeitlupe. Yeah, that’s definitely NOT how it works in real life. Desweiteren ist das Gehirn nicht in der Lage, in einer solchen Situation die Hinfall-Optionen abzuwägen. Nach vorn in den Flur wäre ja die harmlosere Variante gewesen im Vergleich zu links die Treppe runter. Hirn entschied sich aber für die goldene Mitte, das harte Ende des Treppengeländers.

Na immerhin blieben Liesel, Benny und ich auf den Beinen. Keine blauen Flecken haben, die mordsmäßig wehtun und nicht vor Schmerzen zu keuchen wird völlig überbewertet.

Nachdem ich mich vom Adrenalinkick erholte, gings dann erstmal die Treppe runter. Meine beiden Arme waren zu diesem Zeitpunkt schon heftig dabei, mich lautstark anzubrüllen ob der ungewohnten Belastung. Auf mein um die Kippe herum genuscheltes „ach haltet doch die Klappe“ reagierten sie allerdings beleidigt mit leichten Krämpfen. Yeah, that’s no fun.

Egal, tapfer die paar Stufen nach unten geschafft und da war sie wieder, die nächste Tür, die natürlich – surprise surprise – ebenfalls nach innen geöffnet werden musste. Auch hier zeigten Pobacke und Ellenbogen eine überragende Teamarbeit und dank ihres Einsatzes war dieses Hindernis schnell gemeistert. Ahhh, Frischluft. Zigarette anzünden ging nicht, aber das konnte ich ja auf dem Weg zurück vom Müllraum machen. Ich stapfte also los, während meine Arme so langsam nicht mehr spürbar waren, aber zum Müllraum isses ja nicht weit.

Warm wars immer noch. Aber shit, das shiffte ja wie die Sau. Da wo vorher noch eine laue Sommernacht war, war nun eine fette Gewitterfront. Passenderweise direkt über mir mit voll geöffneten Schleusen. Der Weg zum Müllraum war noch nie so lang.

Aber dafür, endlich eine Tür, die nach außen geöffnet werden musste….

 

von außen…

mit aufschließen!

Pobacke: „Hey, Ellenbogen, das schaffen wir nochmal.“
Ellenbogen: „Dafür brauchen wir den Schlüssel Du hohle Nuss“
Pobacke: „Hey, Ringfinger, schließ mal die Tür auf.“
Pobacke: …. HEY RINGERFINGER!!!!
Ringfinger: „dumdididididum…dididi didididum“
Ellenbogen: *augenverdreh*
Pobacke: „Ey, hör auf mit dem Scheiß, Ellenbogen, Du hast keine Augen“
Linke Hand: „Let’s do this“
Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, kleiner Finger: „SIR, YES SIR!“
Ringfinger: „heyyyyy, das ist mein Schlüssel“

Langer Rede kurzer Sinn, durch das harte Teamwork ohne meine Beteiligung schafften es meine Körperteile erneut, die Tür zu öffnen. Ziel erreicht!

Die Tonnen waren am Vormittag geleert worden, also genügend Platz für Liesel und Benny. Meine Arme machten einen Freudentanz, als sie ihre Last endlich los wurden und die leeren Töpfe waren bereit für den Keller.

Zeit für

Stimmt, da war ja was!

Zigarette und Feuerzeug wollten beide nicht

Horst: „Aber Frau Schnute, hättest Du das nicht auch am Wochenende machen können?“

 

Innere Stimme: „Die Wäsche hängt noch draußen“

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