„Weltenzerstörer“
Autor: Cixin Liu
122 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3453319257
Verlag: Heyne
[Werbung da Rezensionsexemplar]

Eines Tages erscheint auf der Erde ein seltsames Kristall. Das Objekt stammt aus den Tiefen des Weltalls, und es enthält nur eine einzige Botschaft: „Alarm! Alarm! Der Weltenzerstörer kommt!“ Forscher und Militärs weltweit rätseln noch über den Sinn dieser Nachricht, als sich ein gewaltiges Raumschiff wie ein Ring um den gesamten Planeten legt, um die Ressourcen der Erde in kürzester Zeit aufzusaugen. Die Menschheit steht vor der größten Aufgabe seit dem Beginn ihrer Geschichte: Wie wehrt man sich gegen ein kosmisches Ereignis, das den ganzen Planeten für immer vernichten kann?
Mit der Novelle „Weltenzerstörer“ gelingt es dem internationalen Bestsellerautor Cixin Liu, klassische Science-Fiction-Motive mit aktuellen Herausforderungen wie Klimakatastrophe und Globalisierung zu verknüpfen.

ScienceFiction aus China. Davon brauchen wir hier in der ‚westlichen‘ Welt definitiv mehr. Warum? Weil es einfach wahnsinnig interessant ist, die Zukunft aus der Perspektive von Menschen zu beleuchten, die einen ganz anderen kulturellen Hintergrund haben, als wir ‚westliche‘ Leser.

Während jeder Autor geprägt ist von der Literatur, die für ihn verfügbar war, ist es einfach unumgänglich, dass diese Prägung in alle Richtungen funktioniert. Dass westliche Autoren hier die chinesischen beeinflusst haben, steht sicherlich außer Frage, aber ich freue mich darauf, dass es irgendwann auch die chinesischen Autoren sind, die die westlichen Autoren beeinflussen. Ich freue mich sehr darüber, dass besonders Scifi-Romane aus China endlich übersetzt und damit auch den Lesern zugänglich gemacht werden, die kein chinesisch sprechen.

Nachdem mir Spiegel von Cixin Liu sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf seine Novelle Weltenzerstörer gefreut. Während die Trisolaris-Trilogie noch in meinem Regal schlummert, darauf wartend, von mir endlich gelesen zu werden, konnte mir Weltenzerstörer aufgrund seiner Kürze einen Samstagmorgen versüßen, bevor 60km auf dem Fahrrad riefen.

Kurz und knackig ohne jegliche Schnörkel erzählt Liu die Geschichte der Konfrontation zwischen der Menschheit und einer außerirdischen Spezies, die sich ganze Welten einverleibt. Während die Figuren alle namenlos bleiben und lediglich durch ihren Rang oder ihre Funktion benannt werden, verdeutlicht Liu dem Leser schonungslos, mit welcher Arroganz die Menschheit auf ihre Geschichte und auf ihre Umwelt blickt. Schön verdeutlicht in einer Szene, als Beißer an einer Ausgabungsstätte Ameisen ausbuddelt und dann darüber berichtet, dass er mit seiner Graberei ein ganzes Volk zerstört habe. Etwas, das die Menschheit schon immer getan hat ohne viel darüber nachzudenken.

Durch die Ankunft des Weltenzerstörers wird der Menschheit der Platz an der Spitze der Nahrungskette zum ersten Mal tatsächlich streitig gemacht und wie immer ist für die Menschheit aufgeben keine Option. Man bereitet sich darauf vor, erbittert zu kämpfen. Mit List und Tücke versucht man, das unausweichliche abzuwenden. Das Ergebnis überrascht dann aber wohl nicht nur den Leser.

Für mich ist auch diese Novelle mal etwas neues, egal wie sehr sie an alte Scifi-Klassiker erinnern mag. Aktuell ist sie auf dem Markt der Wind, den das Genre braucht. Andere Perspektiven, andere Herangehensweisen an die Zukunftsvisionen und Ideen. Andere Wurzeln und Einflüsse, die die Bücher prägen und dem westlichen Leser die eigene kleine Blase, in der man liest, etwas erweitert. Definitiv lesenswert.

Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich bedanke mich beim Heyne-Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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