Rezension

Persepolis erhebt sich (Expanse #7) – James Corey

„Persepolis Erhebt sich“
Originaltitel: Persepolis Rising
Autor: James Corey
560 Seiten / eBook
ISBN: 9780356510293
Verlag: Orbit
die Deutsche Übersetzung erscheint am 11.02.2019 im Heyne Verlag

Worum geht’s?

Inhaltsangabe der englischen Ausgabe: 

Persepolis Rising is the seventh novel in the New York Times bestselling Expanse series.
In the thousand-sun network of humanity’s expansion, new colony worlds are struggling to find their way. Every new planet lives on a knife-edge between collapse and wonder, and the crew of the aging gunship Rocinante have their hands more than full keeping the fragile peace.

In the vast space between Earth and Jupiter, the inner planets and the Belt have formed a tentative and uncertain alliance still haunted by a history of wars and prejudices. On the lost colony world of Laconia, a hidden enemy has a new vision for all of humanity and the power to enforce it.

New technologies clash with old as the history of human conflict returns to its ancient pattern of war and subjugation. But human nature is not the only enemy, and the forces being unleashed have their own price. A price that will change the shape of humanity – and of the Rocinante -unexpectedly and forever…

Inhaltsangabe der deutschen Ausgabe:

Bis weit in die Tiefen des Alls ist die Menschheit vorgedrungen. Gewaltige Tore haben den Weg in fremde Sternsysteme geöffnet, und nun werden ein Planet nach dem anderen besiedelt. Währenddessen haben sich die Erde, der Mars und der Asteroidengürtel verbündet. Doch der neu gefundene Friede bröckelt, als auf einer der neuen Koloniewelten ein Despot seine Herrschaft um jeden Preis verlängern will und eine namenlose Macht geweckt wird, der selbst James Holden und seine Crew machtlos gegenüberstehen …

Meinung

Ich konnte nicht bis zum Erscheinen der deutschen Übersetzung warten. Zu groß war die Neugier, wie es weitergehen wird.

Nachdem Babylons Asche eine ruhigere Gangart angeschlagen hatte, erleben wir mit Band 7 einen kleinen Sprung in die Zukunft, denn die Handlung des Romans beginnt ungefähr 30 Jahre nach dem Ende des 6. Bandes.

Das allein war für mich gewöhnungsbedürftig, allerdings bringt Band 7 die Geschichte extrem vorwärts. Anfangs wusste ich nicht, was mich nach Babylons Asche erwarten würde und was es da noch so an interessanten Dingen zu erzählen gäbe, aber sagen wir mal, dass meine Befürchtungen absolut unbegründet waren. Da steht uns wirklich noch einiges bevor, auch wenn nach Persepolis Rising nur noch zwei weitere Bände erscheinen werden, die es aber – so vermute ich – noch mal ganz schön krachen lassen werden.

Aber zurück zum Buch: 30 Jahre sind vergangen seit der Konflikt zwischen der Erde-Mars-Koalition und den Gürtlern einem scheinbar stabilen Frieden gewichen ist. Die Menschheit als Ganzes erholt sich so langsam von den über Generationen andauernden internen Konflikten und die Gürtler scheinen auch so endlich gleichberechtigt leben zu können. Aber nun ja, was macht man nach 6 Bänden in einer Reihe, die einem schon so ungefähr alle möglichen Szenarien um die Ohren gehauen hat? Genau, man baut zum Ende der 6 Bände eine kleine Nebenstoryline ein und macht diese zwar zum Bestandteil der Gesamtgeschichte, aber im 7. Band holt man sie wieder hervor und lässt es krachen. Ja, die Ringtore ermöglichten es der Menschheit, neue Planeten zu besiedeln. Ja, das Protomolekül ist noch irgendwo da draußen. Und ja, beides zusammen bietet ungeahnten Stoff für noch ein paar Romane.

Die Crew der Rocinante ist gealtert. Alle anderen Spieler auf dem Feld sind das ebenso. Aber während Naomi und Jim in Rente gehen wollen, legt die Invasion von einer der kolonisierten Welten diese Pläne vorerst auf Eis. War das Protomolekül noch ein erschreckender Gegner, so ist ein Despot mit einer Schar von überzeugten (in gewisser Weise fanatischen) Anhängern und Zugriff auf die Technologie der Protomolekülerschaffer eine ganz andere Hausnummer. Während man als Leser also mit der Menschheit mitfiebert, ob sie diesem neuen Gegner die Stirn bieten kann, so fragt man sich doch gleichzeitig, ob dieser Despot nicht doch den echten Frieden und die Stabilität bringen kann, der die Menschheit komplett vereint.

Das Ende des Buches macht einem dann schnell klar, dass hier kein Irrer der Marke Inaros die Fäden zieht, sondern jemand, der eigentlich schlüssige Argumente hat, denen ich mich als Leser auch einfach nicht entziehen konnte.

Der letzte Dialog des Buches haut dann auch so richtig rein und macht klar, dass der nächste Band es dann wirklich in sich haben wird.

„Prepares us for what?…To poke gods with a sharp stick?“
„..No sticks. …When you fight gods, you storm heaven.“

Der Titel von Band 8, Tiamat’s Wrath, der am 06.12.2018 in englisch erscheinen wird, lässt den geneigten Expanse-Fan dann auch schon einiges spekulieren, was auf uns zukommen wird.

Fazit

Ein genialer Weitergang der Reihe: Es gibt Action. Es gibt Menschlichkeit. Es gibt Politik. Es gibt Kämpfe. Und spätestens jetzt zeichnet sich ein Gesamtbild ab, das zu Beginn der Reihe nur als loser Handlungsstrang wahrgenommen wurde. Da kommt noch was, liebe Freunde. Da kommt noch was.

Bewertung

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