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Kennt Ihr eigentlich…. den Feder & Schwert-Verlag?

Hallo zusammen,

da ja bereits andere Blogger ihre Lieblingsverlage vorstellen, hier auch von mir ein Beitrag zu dem Thema. Mein Lieblingsverlag ist ganz klar Feder & Schwert aus Köln. Grad Fans von Rollenspielen und etwas anderem Fantasy werden da fündig und mittlerweile habe ich mit meiner Begeisterung für diesen kleinen Verlag den Rest meiner Familie und den Lieblingsmenschen angesteckt. So findet man in unseren Regalen nicht nur die komplette Harry Dresden Reihe sondern auch die Fälle des IAIT, Splittermondromane, die Pathfinder Saga und True Blood sowie einiges aus der Origins-Reihe.

Verlagsleiterin Kathrin Dodenhoeft hat mir für die Vorstellung hier auf dem Blog netterweise ein paar Fragen beantwortet. Ganz, ganz vielen Dank dafür. 🙂


Magst Du Dich und den Rest des Teams Eures Verlages kurz vorstellen?

Hallo, ich bin Kathrin und seit Ende 2016 Verlagsleiterin bei Feder & Schwert. Ich habe einen sehr krummen Lebenslauf, kurz zusammengefasst: Ich habe erst ein Berufsakademie-Studium in BWL (Marketing) gemacht, dann ein paar Jahre im Online-Marketing gearbeitet, und dann noch mal Anglistik und Geschichte studiert. Durch freie Mitarbeit beim Uhrwerk Verlag landete ich dann schließlich festangestellt erst dort und dann, als der Chef von Uhrwerk die Firma übernahm, bei Feder & Schwert. 🙂 Lange Zeit bestand das Team nur aus mir und einigen Freelancern, ab April 2018 wird mich jedoch die liebe Aimée (selbst Buchbloggerin bei www.seitenhain.de) bei Organisation und Lektorat unterstützen, worauf ich mich schon sehr freue!

Feder & Schwert gibt es ja bereits seit 1989 und Ihr habt einiges an großen Namen im Phantastikbereich im Programm. Wie hat das eigentlich so angefangen?

Das kann ich leider gar nicht so genau sagen, da ich ja erst seit knapp zwei Jahren beim Verlag bin und nichts Falsches sagen möchte. Grob gesagt startete Feder & Schwert als Rollenspielverlag (unter anderem erschien dort die deutsche Version von Dungeons & Dragons 3.5 und Warhammer) und entwickelte sich dann in den 2000er Jahren immer mehr in Richtung Belletristik.

Worauf liegt Euer Augenmerk bei Büchern, die Ihr ins Verlagsprogramm aufnehmen wollt?

Puh, das ist gar nicht so einfach gesagt. Generell müssen Bücher uns fesseln und/oder irgendwie auffallen – wir suchen nach dem Besonderen. Gleichzeitig möchten wir aber auch (gerade in unserer Splittermond-Reihe) leicht zu lesende Fantasy-Romane für Zwischendurch anbieten. Es kommt also immer darauf an, in welcher Reihe ein Roman erscheinen soll.

Zudem richten wir seit Kurzem ein Augenmerk darauf, auch wieder mehr Leserinnen anzusprechen, da unser Programm in letzter Zeit mit Dark Fantasy-Reihen wie Harry Dresden, der Nightside oder Shaman Bond sehr auf Männer ausgerichtet war (natürlich können diese Reihen auch genauso von Frauen gelesen werden, und wir kennen auch viele weibliche Fans – aber leider scheint die Mehrheit trotzdem zu denken, dass es nichts für sie ist).

Seit ein paar Jahren scheint die Fangemeinschaft des Phantastikbereichs sehr stark gewachsen zu sein. Plötzlich scheinen Comics, Rollenspiele und Co beliebter denn je. Könnt Ihr diesen Eindruck für Euch bestätigen? Hat sich dadurch für Euch etwas geändert?

Durchaus – hier kann ich aber vor allem aus der Erfahrung des Uhrwerk Verlags sprechen. Mit unserem selbst entwickelten Rollenspiel Splittermond hatten wir hier in den letzten Jahren viel Erfolg und bekommen sehr viel Zuspruch – und gerade unser Einsteiger-Produkt, die Einsteiger-Box, verkauft sich sehr gut. Das macht uns definitiv Hoffnung für die Zukunft des Nerdtums 🙂 Der Verlag ist dadurch in letzter Zeit auch sehr stark gewachsen, das ist wohl die offensichtlichste Veränderung für uns.

Ist die Konkurrenz durch große Verlagshäuser im Bereich Phantastik größer geworden?

Auch hier fehlen mir leider die Erfahrungswerte, da ich persönlich noch neu in der Branche bin. Aber die Konkurrenz ist natürlich sehr groß, als kleiner Verlag hat man in Sachen Sichtbarkeit (man denke alleine an die Präsenz in Buchhandlungen) oder bei begehrten Lizenzen aus dem anglo-amerikanischen Raum keine Chance zu konkurrieren. Aber wir haben eben unsere Nische, und können dort Bücher veröffentlichen, an die sich kein großer Verlag herantrauen würde. 🙂

Mein subjektives Gefühl ist aber tatsächlich, dass einige Verlage sich im Moment stärker auf die Phantastik konzentrieren, man denke z.B. an die Begründung von Fischer TOR und das breite Fantasy-Programm, was Knaur zur Zeit aufstellt.

Gibt es internationale Autoren, die Ihr wahnsinnig gern nach Deutschland bringen würdet?

Ja – ich bin persönlich ein großer Fan von Kameron Hurley. Und sowohl der Chef als auch ich hatten einen kleinen bis größeren Fangirl-Moment darüber, dass wir einen Roman von Michael Stackpole auf Deutsch herausbringen dürfen („Die Kreuzfahrerstraße“ aus der Pathfinder Saga)!

Wenn es ein Buch gäbe, das Ihr unbedingt in Eurem Verlag rausbringen würdet, welches wäre das?

Dasselbe, wie alle Verlage: Den nächsten Harry Potter! *lach*

Nein, im Ernst: Ich würde unglaublich gerne Fantasy/Sci-Fi von deutschen AutorInnen herausbringen, die ähnlich innovativ ist wie die Bücher von Kameron Hurley oder N.K. Jemisin, also neue Perspektiven eröffnet und feministisch ist, ohne dabei auf Klischees von der starken Heldin zu verfallen oder am Ende doch wieder alte Strukturen zu reproduzieren. (Damit soll natürlich nicht gesagt sein, dass es so etwas nicht gibt, nur, dass es uns leider bisher noch niemand angeboten hat. Wer sich also berufen fühlt … ;-)).

Eure Origins-Reihe bietet Fantasy abseits der ausgetretenen Pfade an. „Teufelsacker“ von Carsten Steenbergen und „Dämonen unterm Dom“ von Hagen Haas haben mir super gefallen. Wird es noch mehr in dieser Reihe geben?

Natürlich! Wir haben da noch ein bisschen was in petto und da möchten wir natürlich auch unsere gute Tradition fortsetzen.

Ihr seid dieses Jahr auch auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Gibt’s Euch auch noch auf anderen Messen und Veranstaltungen? Wenn ja, auf welchen?

Na klar – dieses Jahr findet man uns voraussichtlich noch auf folgenden Veranstaltungen:

Ihr habt kürzlich über eine Crowdfunding-Kampagne „Der erste Spielleiter“ erfolgreich nach Deutschland gebracht. Hattet Ihr damit gerechnet, dass das Interesse so groß sein wird? Habt Ihr weitere Crowdfunding-Kampagnen geplant?

Grundsätzlich schon, von den Crowdfundings des Uhrwerk Verlages her haben wir schon einen ganz guten Überblick dafür, wer sich für Rollenspielprodukte interessiert. Natürlich weiß man bei Crowdfundings aber auch nie ganz genau, wie es laufen wird, weshalb es jedes Mal aufregend ist. Und ich hätte längst nicht damit gerechnet, dass wir alle Stretch Goals erreichen! Das war schon großartig.

Weitere Crowdfundings sind in Planung, auch dabei wird es voraussichtlich wieder um mit Rollenspiel verbundene Produkte gehen.

Wo seht Ihr Feder & Schwert in 10 Jahren und worauf dürfen wir uns in der nächsten Zeit besonders freuen?

Das ist eine sehr schwierige Frage, aber wir hoffen natürlich, dass wir in 10 Jahren (weiterhin) ein erfolgreicher Kleinverlag sein werden, vielleicht mal ein Buch auf der Indie-Bestsellerliste hatten und wir auch weiterhin auf so treue Fans zählen dürfen wie bisher! Es gibt in jedem Fall noch viel Luft nach oben, schauen wir mal was die Zukunft bringt 🙂

In der nächsten Zeit dürft ihr euch besonders auf eine neue Urban Fantasy-Reihe von Simon R. Green freuen (die Ishmael Jones-Reihe), auf die Fortsetzung der Sandman Slim-Reihe von Richard Kadrey (erster Band erschienen bei Rowohlt) auf eine wundervolle Jugend-Fantasy-Reihe von Tom Finn (vormals bei Ravensburger) und in diesem Jahr mindestens noch zwei weitere spannende Splittermond-Romane! Das ist aber natürlich nicht alles, stay tuned … 🙂


Wer jetzt gern im Verlagsprogramm von Feder & Schwert stöbern gehen möchte, findet dieses hier.

 

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