Das King-Projekt Rezension

Brennen muss Salem – Stephen King

„Brennen muss Salem“
Originaltitel: Salem’s Lot
Autor: Stephen King
734 Seiten / Taschenbuch
ISBN: 3453407490
Verlag: Heyne

Worum geht’s?

Ben Mears kehrt nach Salem’s Lot zurück und interessiert sich dort für das Marsten-Haus. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben wagt es mit einigen Helfern – darunter ein alter Mann, eine junge Frau und ein Kind -, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer.

Meinung

Brennen muss Salem ist ein geniales Buch. Eins, das einem zuerst ein unbehagliches Gefühl verursacht, das sich dann aber langsam ausbreitet und zu einem grauenvoll schweren Stein in der Magengrube wird, während sich die Härchen im Nacken aufstellen und man im Haus am liebsten alle Lichter anmachen möchte. Ich weiß noch, wie ich das Buch damals zum ersten Mal gelesen habe. Ich empfand es langatmig und irgendwie nicht blutig genug. Jetzt hat sich das allerdings stark geändert. King verbindet hier den blutrünstigen Horror einer Vampirgeschichte mit dem Horror des Lebens und Alltags, der von den Menschen ausgeht. Das Böse, das nicht nur in fantastischen Geschichten existiert sondern um uns herum und vielleicht auch in jedem von uns.

Wir folgen Ben Mears also zurück nach Salem’s Lot. Erleben seine erste Begegnung mit Susan und erfahren, warum er vom Marsten-Haus so besessen ist. Er ist ein äußerst sympathischer Charakter und man folgt ihm sehr gern durch die Geschichte. Auch die Mitstreiter Susan, Mark, Matt sind angenehme Persönlichkeiten, wobei Mark durch seine Pfiffigkeit echt zu beeindrucken weiß.

Als Leser war ich hin- und hergerissen zwischen Liebe und Abscheu für die Kleinstadt. Einerseits wirkt sie idyllisch, verschlafen, malerisch. Andererseits gibt es auch hier einen Trailerpark für die Armen, eheliche Gewalt, Alkoholismus, Gewalt gegen Kinder, Mobbing in der Schule. Manche Szenen gingen mir ganz schön nahe, sei es nun die mit Baby überforderte und verheiratete Teenagerin, die diese Überforderung an dem Baby auslässt, oder der Mann, der seine Frau inflagranti mit einem anderen erwischt und sie dafür auf grausame Weise. Oder der desillusionierte, depressive Gemeindepfarrer, der sich die gebeichteten Sünden seiner Schäfchen anhören muss und machtlos danebensitzt. Es geht unter die Haut. Das ging mal wieder mehr unter die Haut, als die Vampire selbst, wobei diese Vampire (besonders ihr Oberboss) absolut nicht ohne sind.

Ich denke, wenn Stephen King mit diesem Roman etwas beweist, dass er nicht nur den modernen Horror gut beherrscht, sondern auch den klassischen.

Fazit

Brennen muss Salem ist ein typischer King für Fans von Horrorgeschichten, aber auch äußerst lesenswert für alle, die sich für Vampire nur am Rande interessieren.

Bewertung

4 Comments

  1. Huhu!
    An diesen King kann ich mich auch noch ganz gut erinnern. Ich fand ihn ebenfalls wirklich klasse! Pater Callahan findet in Wolfsmond ja auch wieder seinen Auftritt, da war ich damals beim erstmaligen Lesen auch sehr überrascht 😄

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    1. Ja, das habe ich schonmal gehört, dass Pater Callahan in der dunklen Turm-Reihe wieder auftaucht. Ich werd mir die Reihe jedenfalls für den SChluss aufheben, wenn ich alle anderen durchhabe. Irgendwann muss ich sie doch mal vollständig lesen. xD

        1. 26 Bücher von King habe ich jetzt fertig gelesen. 40 sind noch auf der Liste (inkl Dunkle Turm Reihe) und mir fehlen ein paar Kurzgeschichtensammlungen. Mal sehen ob es in einem Jahr machbar ist xD

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