Rezension

Binti 2: Heimat – Nnedi Okorafor

„Binti – Heimat“
Autorin: Nnedi Okorafor
96 Seiten / ebook
EAN: 9783959816557
Verlag: Cross Cult

Worum geht’s?

Vor einem Jahr wurde Binti zur Heldin, weil sie zwei verfeindete Welten versöhnt hat. Und sie hat eine Freundschaft gefunden, wo sie am wenigsten damit gerechnet hätte.  Und nun muss sie zusammen mit ihrem Freund Okwu, der der Rasse der Medusen angehört, zu ihrem Volk zurückkehren, um ihrer Familie und den Ältesten gegenüberzutreten.  Aber Okwu wird seit über hundert Jahren der erste Vertreter seiner Spezies sein, der die Erde betritt und der Allererste, der das in Frieden tut.  Können Menschen und Medusen nach Generationen des Krieges jemals lernen, wirklich friedlich zusammenzuleben?

Meinung

Binti ist wieder da. Die Deutsche Übersetzung der drei Binti-Novellen gibt es jetzt übrigens als Ebooks. Die erste Novelle Binti habe ich hier ja bereits kurz vorgestellt. Zur Erinnerung, Binti ist ein Mädchen aus Afrika vom Volk der Himba, das einen Platz an der angesehensten Universität der Galaxie bekommt, Oomza Uni, und sich entscheidet, hinzugehen gegen den Willen ihrer Familie. Sie bricht damit mit den Traditionen ihres Volkes. Auf dem Weg nach Oomza Uni werden alle ihre Mitreisenden von den Medusen getötet, einem Volk, das schon lange im Krieg mit den Menschen, hier vorrangig mit den Koush, liegt. Binti gerät dabei zwischen die Fronten und erhält die Gelegenheit, diesen Krieg endlich zu beenden.

Jetzt im zweiten Band führt Binti ein typisches Studentenleben an der Uni, und kämpft mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Zu den Panikattacken und Alpträumen kommen immer wieder Phasen unerklärlicher Wut, mit denen sie kaum umgehen kann. Sie entschließt sich, in ihre Heimat zurückzukehren, um eine Pilgerreise in die Wüste zu machen, die sie von ihrer Unreinheit befreien soll. In ihrer Heimat heißt ihre Familie sie willkommen, aber die unter der Oberfläche schwelenden Konflikte bleiben nicht lange im Verborgenen. Binti soll gefälligst heiraten. Sie soll die Nachfolge ihres Vaters antreten, der Astrolabien herstellt. Das Geschäft dann aber auch wahrlich besitzen darf sie nicht, weil sie kein Mann ist. Okorafor zeigt uns hier ganz deutlich, welche Regeln und welches Denken in dieser Welt herrschen. Binti ist dabei stark hin- und hergerissen zwischen diesen Traditionen und den Erwartungen ihrer Familie an sie, und ihrem eigenen Wunsch, sich und ihre Träume zu verwirklichen und aus dieser kleinen Welt auszubrechen. Wut und schlechtes Gewissen wechseln sich dabei ab.

Doch auch ihre Pilgerreise wird nicht das, was sie sich erhofft. Das Wüstenvolk steht plötzlich vor der Tür und möchte Binti mit hinaus in die Wüste nehmen. Die Himba halten das Wüstenvolk für primitive Wilde. In Wahrheit steckt aber viel mehr dahinter und Binti entdeckt dabei nicht nur ihre eigenen Wurzeln und die Vergangenheit ihres Vaters sondern auch, was das Wüstenvolk wirklich ist. Dabei wankt sie stark zwischen den anerzogenen Vorurteilen und dem Wunsch, zu lernen.

Fazit

96 Seiten sind mal wieder viel zu kurz für meinen Geschmack. Die fantastische Welt in den Binti-Novellen ist wirklich das: fantastisch! Hier geht es nicht um spannungsgeladene Action, sondern um das Leben eines jungen Mädchens, das gegen Traditionen kämpfen muss um ihren Platz im Leben und dem Universum zu finden. Klare Lese-Empfehlung.

Bewertung

2 Comments

  1. Hallo,
    ich hatte die beiden ersten Binti Novellen letztes Jahr gelesen Band 3 kommt noch. Ich fand die Bücher ganz gut, aber mir waren sie auch zu kurz. Ich hätte gerne mehr Erklärungen über die Welt bekommen. Außerdem fand ich es schade, dass die Handlung kaum an der Universität spielt.

    LG
    Elisa

    1. Huhu Elisa,
      ja von der Uni hätte ich auch gern noch viel mehr erfahren. Das, was sie durchsickern lässt, klingt nämlich echt cool. Auch wie das verästeln funktioniert und das alles, das wäre für mich wahnsinnig interessant zu erfahren, wie genau das abläuft.

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