Rezension

Jod: Schlüssel zur Gesundheit – Kyra Hoffmann/Sascha Kauffmann

„Jod: Schlüssel zur Gesundheit.“
‚Wiederentdeckung eines vergessenen Heilmittels. Neue Power für Ihre Körperzellen‘
Autoren: Kyra Hoffmann/Sascha Kauffmann
179 Seiten / kartoniert
ISBN: 3958140173
Verlag: Systemed

Worum geht’s?

Sie denken bei Jod erstmal nur an Wellensittiche, Schilddrüsenunterfunktion oder jodiertes Salz? Weit gefehlt! Alle Körperzellen benötigen Jod – ganz besonders aber Gehirn, Brust, Eierstöcke. Das uralte Heilmittel wird gerade wieder entdeckt und von Wissenschaftlern vollkommen neu bewertet. Denn: Jod leistet Erstaunliches für die Gesundheit – Sie werden überrascht sein, was es zur Prävention und Therapie vieler Erkrankungen beitragen kann. Sascha Kauffmann und Kyra Kauffmann haben das Thema von Grund auf recherchiert und räumen mit Mythen und falschen Behauptungen auf. Ein Buch, das in Ihrer Gesundheitsbibliothek nicht fehlen darf!
– Wissenschaftliche Fakten und Hintergrundwissen
– Was Jodmangel wirklich für Ihren Körper bedeutet
– Was wir von den Japanern lernen können
– Schilddrüsenstörungen ursächlich behandeln“
– Algen – das neue Superfood
– Jod in der modernen Naturheilkunde
– Neueste Forschungen zu Brustkrebs und Jod
– Plus: Viele Interviews mit Experten aus Medizin und Wissenschaft

Meinung

Ich nehme seit 15. Februar 2018 organisch gebundenes Jod aus der Braunalge in Form von Kelp zu mir. Grund dafür war mein freier T3-Wert, der sich nicht bequemen ließ, die 30%-Marke zu knacken und sogar noch weiter abgesackt war, während mein fT4 bei 86% rumhüpft. Diese freien Werte lasse ich regelmäßig bestimmen. 2006 wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Wer wissen will, was das ist, kann gern hier nachlesen. Ich führe quasi das Hormon T4 zu, aber es wird nicht mehr zuverlässig nach T3 umgewandelt, was sich bei mir in Schlafproblemen, Muskelschmerzen und verlangsamten Stoffwechsel mit starken Wassereinlagerungen äußert. Zu dieser Umwandlung gehören viele verschiedene Faktoren. Wichtig sind eine optimale Zufuhr von Zink, Selen, Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 und B-Komplex. Da ich vor einigen Jahren einen schweren Vitamin-D-Mangel hatte, bin ich da schon sehr lange hinterher, dass meine Werte hier passen. Vor allem seit ich weiß, was alles für eine gute Umwandlung benötigt wird. Wenn diese Werte also optimal sind (ja, das lasse ich auch regelmäßig kontrollieren, denn Nahrungsergänzungsmittel ohne Kontrolle zuzuführen halte ich für einen riesigen Schmarrn), warum macht mein Körper also nicht das was er soll? Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass eine Umwandlungsstörung vorliegt, die man in der Regel mit T3-Gabe ausgleicht. Also noch eine Tablette mehr. Für mich immer noch die letzte Option, denn T3 geben, ohne dass eine echte Umwandlungsstörung vorliegt, ist mit vielen Problemen verbunden. Also scheue ich davor etwas zurück. Auf Facebook gibt es eine sehr gute Gruppe für Hashimoto-Patienten und ein Mitglied dort hatte festgestellt, dass ihre langen Aufenthalte an der Küste im Sommer dazu geführt hatten, dass ihre Schilddrüsenwerte besser wurden. Sie aß dort jeden Tag bei jeder Mahlzeit Fisch oder Meeresgetier. Das veranlasste sie dazu, das Thema Jod neu zu überdenken und sie startete einen Selbstversuch. Das Ergebnis war echt überraschend und viele andere sind ihrem Beispiel gefolgt. Inklusive mir. Zudem wurde ich neugierig, was das Thema Jod anging, hieß es doch immer, Jod sollte man unbedingt vermeiden bei Hashimoto (was ich ergo 12 Jahre lang getan habe). Kyra Hoffmanns Buch „Jod. Schlüssel zur Gesundheit“ wanderte also auf meinen Lesestapel und die beiden Autoren schafften es sehr schnell, mit alten Vorurteilen aufzuräumen. Sie erklären die Bedeutung von Jod, seine Auswirkungen auf den Körper und die Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen. Alles gestützt von wissenschaftlichen Studien und Fakten. Die Zufuhrempfehlung für Jod für einen Erwachsenen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 200 Mikrogramm pro Tag. Damit ist allerdings nur der Bedarf der Schilddrüse gedeckt. Die anderen Organe im Körper benötigen allerdings ebenfalls Jod und der daraus folgende Bedarf ist wesentlich höher. Der Körper kann laut Fachliteratur zwischen 15 und 50 Milligramm Jod speichern, abhängig davon wieviele Natrium-Jod-Symporter in den Organen vorhanden sind. Die empfohlenen 200 Mikrogramm wirken dagegen fast lächerlich.

Die beiden Autoren führen in dem Buch Interviews mit Spezialisten aus völlig unterschiedlichen Gebieten, von Ernährungsprofis bis Ärzten ist alles dabei. Man erhält Informationen darüber, welche Testmöglichkeiten bestehen, um einen Jodmangel zu diagnostizieren und schlagen Therapiemöglichkeiten vor, dabei allerdings immer im Hinblick auf bestehende Erkrankungen und mit dem ausdrücklichen Hinweis, nichts ohne Ansprache mit seinen Ärzten zu unternehmen.

Ich selbst nehme derzeit 450 Mikrogramm Jod zu mir und mein Fisch- und Sushikonsum haben sich deutlich erhöht. Als Ergebnis kann ich nach mittlerweile 3 Wochen sagen, dass ich wesentlich fitter bin und mich wesentlich besser konzentrieren kann. Einen Termin bei meinem Endokrinologen habe ich erst Mitte Mai. Bis dahin nehme ich Jod weiterhin und werde auch vorher in meiner Hausarztpraxis nochmals meine Werte überprüfen lassen.

Fazit

Das Buch hat mir meine Angst vor Jod genommen und mir vieles verständlicher gemacht, was im Körper so vor sich geht. Schön finde ich, dass der Titel kein Allheilmittel verspricht, denn das gibt es nicht. Trotzdem beleuchtet es die Bedeutung von Jod für den gesamten Körper sehr eingehend und erklärt es so, dass man es versteht. Im Anhang findet man alle herangezogenen wissenschaftlichen Studien (und ja, ich gehöre zu denen, die sowas lesen), bei denen man auch selbst nachforschen gehen kann. Interessanterweise fand vor 2 Tagen in Düsseldorf der erste Jod Kongress statt und ich bin sehr gespannt, welche neuen Erkenntnisse dort gewonnen werden konnten. Jod. Schlüssel zur Gesundheit erhält von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die sich mit derlei Dingen freiwillig oder gezwungenermaßen auseinandersetzen. Anmerken möchte ich, dass ich nicht zu den Selbst-Optimierern gehöre und von Homöopathie als alleiniges Mittel nicht viel halte. Ich bin überzeugter Anhänger der Schulmedizin und für mich gehört eine optimale Nährstoffversorgung zum Leben dazu.

Bewertung

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