Rezension

Der Lange Kosmos – Terry Pratchett/Stephen Baxter

Der Lange Kosmos (Lange Erde, 5)
Autor: Terry Pratchett u. Stephen Baxter
480 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 3442205379
Verlag: Goldmann

 

Worum geht’s?

2070-71: Fast sechs Jahrzehnte nach der Entdeckung des Wechslers, der erstmals das Pendeln zwischen Parallelwelten ermöglichte, floriert auf der Langen Erde eine neue posthumane Gesellschaft. Doch gerät diese in Aufruhr, als eine geheimnisvolle Botschaft aus der Mitte der Galaxie eingeht: MACHT MIT. Die superintelligenten Next entdecken darin die Baupläne für eine künstliche Intelligenz von gewaltigen Ausmaßen. Einmal gebaut, könnte der Computer nicht nur die Position der Langen Erde im Kosmos für immer verändern, sondern auch Antwort geben auf die Frage aller Fragen: Was ist der Sinn des Lebens? Doch niemand kennt den Sender der Botschaft, und niemand weiß, ob seine Absichten friedlich sind.

Meinung

„Der Lange Kosmos“ ist der fünfte und letzte Band in der Reihe „Lange Erde“. Die vorherigen vier Bände habe ich ebenfalls gelesen und Band fünf bin ich deswegen mit einem wehmütigen Gefühl angegangen. In Büchern ist ein nicht wirklich vorhandener Plot für mich kein Grund, ein Buch nicht genießen zu können, solange die Figuren und der gesamte Rest passt. Nach vier Büchern wusste ich, dass Pratchett und Baxter in dieser Reihe keine spannende, rasante Geschichte erzählen, sondern Ideen beleuchten und Szenarien durchspielen. „Die Lange Erde“ ist dabei eine lange Reise durch die angrenzenden Erden in Richtung Ost und West. Die Menschen können durch einen Wechsler zwischen diesen Welten hin und her reisen, wobei die angrenzenden Welten zwar von Tieren und humanoiden Spezies (den Elfen, den Trollen und den humanoiden Beagles) aber nicht von Menschen selbst bewohnt sind. Dabei stellt man sich als Leser bereits im ersten Band die Frage, was passiert, wenn die Menschheit unendlich viele Möglichkeiten zur Ausbreitung hat. Die große Welle der Migration in benachbarte Welten folgt logischerweise sehr schnell. In „Der Lange Krieg“ stellen wir uns der Frage, wie ein Krieg abläuft, der nicht auf dem gleichen Planeten stattfindet. In „Der Lange Mars“ erleben wir eine weitere Reise durch aneinandergrenzende Marse. Und in „Das Lange Utopia“ reisen wir nicht zusammen mit den Figuren sondern befinden uns ausnahmsweise mal an einigen festen Orten. „Der Lange Kosmos“ bildet den Abschluss und das schöne daran ist, wir treffen alle Figuren wieder. Sie sind gealtert und begeben sich auf ein letztes Abenteuer. Joshua nimmt sich mit knapp 70 mal wieder eine Auszeit und muss sich endlich seinem Sohn stellen. Dabei ist es schön, wie er seine alte Reiselust immer wieder in Frage stellt und die Fehler, die er begangen hat, erkennt. Lobsang taucht auf seinem selbstgewählten Geheimversteck wieder auf. Nelson muss plötzlich erfahren, dass ein besonderes Erlebnis in der Vergangenheit Früchte getragen hat. Und Maggie muss wohl oder übel weiterhin ihren militärischen Dienst tun. Neu dabei ist der 10jährige Waise Jan und der Troll, den Joshua Sancho getauft hat. Es ist eine schöne Geschichte. Eine Geschichte über das Altwerden. Eine Geschichte über Fehler, über Einsicht und darüber, dass primitiv abschätziger klingt als es eigentlich sein sollte. Besonders gefallen hat mir dabei Joshuas Zeit bei den Trollen.

Die Geschichte der Nachricht aus dem Weltall und des Supercomputers rückt dabei stark in den Hintergrund und findet ihren Abschluss für unsere Helden bei einer letzten großen Reise der neuen Art. Leider lässt genau dieser Handlungsstrang am Ende Fragen offen, was ich sehr, sehr schade finde.

Das Buch ist 2016 im Englischen erschienen, ein Jahr nach Terry Pratchetts Tod. Man merkt, dass hier Baxter die meiste Arbeit erledigt hat. Sir Terrys Touch fehlt die meiste Zeit.

Fazit

Trotzdem ist das Buch unterhaltsam für alle Fans der Langen Erde. Und für genau diese Fans ist es ein gutes Buch. Ein Abschluss für ein Abenteuer, das für die Figuren Jahrzehnte dauerte. Für Leser, die die vorherigen Bände nicht kennen, ist es nur bedingt empfehlenswert. Man sollte die ersten 4 Bände schon gelesen haben, um sich diesem Buch vollständig hingeben zu können. Für mich war die Reihe eine fulminante Reise an der Seite von faszinierenden Charakteren durch die Ideen und Gedanken der beiden Autoren. Es wird mir fehlen, mich nicht mehr auf einen weiteren Band freuen zu können.

Bewertung

 

Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären.

Ich bedanke mich beim Goldmann Verlag und der Randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

9 Comments

    1. Sie ist schon sehr anders von seinem sonstigen Werken. Aber mir hat sie trotzdem so gut gefallen weil die Ideen und die Figuren einfach so toll waren. Ich hab die echt alle voll ins Herz geschlossen, genau wie Rincewind und Twoflower und und und.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: