Rezension

Dirk Gently’s Holistic Detective Agency – Douglas Adams

Am Anfang des Jahres hatte ich begonnen, „Dirk Gently’s Holistic Detective Agency“ zu lesen. Dann kamen aber wohl viel zu viele Dinge dazwischen und es ging im wahrsten Sinne des Wortes auf meinem Kindle verschütt. Als ich gestern die Novembervorschau geschrieben habe, bin ich nochmal meine noch offenen Reads durchgegangen und mein GoodReads-Regal brüllte mich förmlich an, dass ich doch bitte mal das hier erst zu Ende bringen sollte. Das tat ich dann. Immerhin war ich mit dem Buch eh schon zu zwei Drittel durch.

Worum geht’s?

What do a dead cat, a computer whiz-kid, an Electric Monk who believes the world is pink, quantum mechanics, a Chronologist over 200 years old, Samuel Taylor Coleridge (poet), and pizza have in common? Apparently not much; until Dirk Gently, self-styled private investigator, sets out to prove the fundamental interconnectedness of all things by solving a mysterious murder, assisting a mysterious professor, unravelling a mysterious mystery, and eating a lot of pizza – not to mention saving the entire human race from extinction along the way (at no extra charge). To find out more, read this book (better still, buy it, then read it) – or contact Dirk Gently’s Holistic Detective Agency. ‘A thumping good detective-ghost-horror-whodunnit-time travel-romantic-musical-comedy epic.’ The author (Klappentext)

Meinung

Ich denke, wenn man „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen hat, vergleicht man zwangsweise alle Werke von Douglas Adams damit. Sprachlich gesehen ist „Dirk Gently’s Holistic Detective Agency“ auf dem gleichen Niveau. Anspruchsvoll, in einer gewissen Form poetisch und einfach unterhaltsam. Es dauert allerdings schon etwas, bis die Handlung in Fahrt kommt. Wir folgen zuerst einzelnen Handlungssträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Da wäre der elektrische Mönch auf einem fernen Planeten, der darauf programmiert ist an alles mögliche und unmögliche zu glauben, und durch eine mysteriöse Tür in unserer Welt landet. Wir folgen Richard MacDuff und leiden mit ihm durch das jährliche Bankett seines ehemaligen Colleges. Selbst Professor Reg Chronotis spielt hier noch keine wirklich wichtige Rolle. Woher das Pferd im Badezimmer kommt, verblüfft den Leser so sehr wie die Figuren selbst. Richard, der eigentlich mit seiner Freundin Susan verabredet war, versucht sich aus der Affäre zu ziehen, indem er zu ihrer Wohnung hochklettert und durch das Fenster einsteigt. Dabei bekommt er zufälligerweise die Aufzeichnung eines Anrufes von Gordon Way mit, der aber gerade ermordet wird, als er das Telefon kurz weglegt, und danach erstmal als Geist überlegt, was er denn als nächstes tun soll. Bei dem vermeintlichen Einbruch wird Richard von seinem Bekannten Dirk Gently beobachtet, der ihn daraufhin zu einem Treffen überredet. Und ganz am Rande folgen wir Michael Wenton-Weakes, der als selbstverliebter, reicher Sohn und unfähiger Verlagsleiter seine „Spielsachen“ weggenommen bekommt, was ihn wahnsinnig wütend macht.

Alles sehr zusammenhangslos, bis zur Mitte des Buches. Dann führt Adams die einzelnen Handlungsstränge zusammen. Wieder einmal auf sehr brilliante und fantasievolle Weise, die eben diese zweite Hälfte des Buches zu einem wahren Vergnügen macht – vorausgesetzt natürlich, der Leser hat sich durch die erste Hälfte gekämpft. Es dauert hier wirklich ein gutes Stück, bis die Puzzleteilchen zusammenpassen. Wer Douglas Adams gern liest, für den ist die erste Hälfte keine Qual. Sprachlich und mit viel Humor wird der Leser gut unterhalten, aber ich habe schon einigen Leuten gehört, dass sie mit der Sprache von Douglas Adams Probleme haben. Ich denke, man braucht einfach diesen Geschmack, den nur ein Douglas Adams wirklich treffen kann.

Fazit

Die Geschichte ist sehr skurril, aber in typischer Adams-Manier phantasievoll, sprachlich sehr fordernd und durch den vielleicht etwas zu langsamen Anfang auch etwas ermüdend. Zum Ende hin hatte ich leider das Gefühl, dass die Handlung zu schnell abgeschlossen wurde. Sicherlich werden fast alle Handlungsstränge aufgelöst aber mit einer Geschwindigkeit, dass ich ernsthaft schauen musste, ob mir nicht ein paar Seiten in meinem eBook fehlen. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr gewünscht und am Anfang etwas weniger. Aber da ich es bei vielen Büchern gewohnt bin, dass man sich durch die ersten 400 Seiten kämpfen muss um auf den restlichen 600 Seiten mit einer wahren Brillianz und enormen Einfallsreichtum (Yeah, I’m looking at you, Mr. P.F. Hamilton) belohnt zu werden, fand ich es trotzdem ein sehr unterhaltsames und gutes Buch. Wer aber mit „Per Anhalter durch die Galaxis“ nichts anfangen konnte, wird hier mit großer Wahrscheinlichkeit auch keinen Einstieg finden.

Bewertung

2 Comments

    1. Die Serie hab ich noch gar nicht geschaut. Die Verfilmung von Per Anhalter durch die Galaxis hat mich auch nicht überzeugt. Das Buch habe ich allerdings geliebt. Bei Dirk Gently….hm, schwierig schwierig. Es ist kein ScienceFiction per se. Das Thema Zeitreisen ist zwar ein wichtiger Bestandteil, aber verglichen mit anderer Scifi-Literatur handelt es doch vorrangig auf der Erde ohne größere Einflüsse von außen. Ich denke, das ist ein trial&error-Ding bei diesem Buch. Beim Hitchhiker’s Guide fand ich ja die Sprache und den Schreibstil an sich wesentlich fantastischer als die eigentlich erzählten Geschichten. So ähnlich ist es bei Dirk Gently.

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