Rezension

Drei Tage bis Vollmond: Dämonen unterm Dom – Hagen Haas

Drei Tage bis Vollmond: Dämonen unterm Dom
Autor:  Hagen Haas
Genre: Urban Fantasy
384 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-86762-287-5
Verlag: Feder & Schwert

Worum geht’s?

Als der Kölner Student Emil eine mysteriöse schwarze Pyramide findet, ahnt er nicht, dass sein Schicksal damit unvermittelt eine dramatische Wendung nimmt. Zuerst klingelt ein bildhübscher Sukkubus namens Demmi an seiner Tür. Als Emil in die bergseeblauen Augen des Dämons blickt, ist es sofort um ihn geschehen und obwohl Demmi nicht gerade freundlich zu ihm ist, ein Loch in seine Küchentür schießt und ihm die Pyramide klaut, ist Emil nicht mehr davon abzubringen, dass er und Demmi füreinander bestimmt sind.

Doch dann macht auch noch ein Unhold im Auftrag des Dämonenfürsten Asmodin Jagd auf Emil, Demmi und die Pyramide. Glücklicherweise ist der gewaltige Kampfdämon zwar eine muskelbepackte Mordmaschine, doch leider nicht sehr helle …

Meinung

Die Leute fragen mich immer, warum meine Augen das Leuchten anfangen, wenn man Sir Terry Pratchett oder Douglas Adams erwähnt. Sicherlich, beide schrieben in meinen liebsten Genres aber das allein ist nicht der Grund. Es schreiben viele in meinen liebsten Genres aber trotzdem ist meine Begeisterung für Sir Terry und Douglas Adams etwas besonderes. Aber warum denn eigentlich? Ihre Bücher sind doch nicht mit klassischem Science Fiction oder High Fantasy zu vergleichen. Ihre Figuren sind doch skurril. Ihr geschaffenen Welten doch eher amüsant als wirklich von politischen Intrigen und militärischen Machtkämpfen durchzogen. Wäre ich der Thematik müde, würden mir diese Fragen eher ein mildes Lächeln abverlangen. Aber dieser Thematik bin ich niemals müde. Meine Augen leuchten, weil diese beiden Autoren sich einer Sprache und eines Erzählstils bedient haben, die es so nicht häufig gibt und dadurch eine Intelligenz durchscheinen ließ, die viele Autoren vergeblich in ihren geschriebenen Werken suchen. Und vor allem nahmen sie sich nicht zu ernst. Sie erzählten ihre Geschichte, dass man Spaß daran hatte, es zu lesen. Und das hat ihnen einen besonderen Platz in meinem Herzen verschafft, weil ihre erzählerische Brillianz einfach ihres Gleichen suchte. Mit „Drei Tage bis Vollmond“ hat man das Gefühl, Hagen Haas versucht an genau jene Brillianz anzuknüpfen und für ein Erstlingswerk ist ihm das sogar fast gelungen. Aber machen wir mal der Reihe nach.

Erstens fand ich das Setting Köln echt klasse. Ich liebe es, wenn Fantasy oder Science Fiction in Deutschland angesiedelt sind. Solche Bücher suche ich mir immer ganz besonders aus. Zweitens, die Figuren sind skurril und auch wenn sie im Laufe der Erzählung an manchen Stellen etwas blass erscheinen und die gewisse Tiefe eines Gevatter Tod und seines Lehrlings vermissen lassen, so fühlt man sich ihnen doch in einer gewissen Weise verbunden und empfindet mit ihnen mit. Dazu Drittens, die Leichtigkeit der Sprache, der amüsante Unterton des Erzählers, der keine der Figuren so richtig ernst nimmt und die dadurch vermittelte Menschlichkeit der Charaktere, machen das ganze Buch zu einem echten Vergnügen.

Erst gestern kam das Buch ins Haus geflattert und ich wollte nur mal reinschauen. Erst waren 40 Seiten mal eben weggelesen und als ich mich umdrehte, war ich schon 60 Seiten vorm Ende. So kann es manchmal gehen, wenn ein Autor mit seiner Geschichte meinen Geschmack trifft und Hagen Haas hat das zweifelsfrei getan.

Und während ich Emil und seinen Freunden bei ihrem verrückten Abenteuer folgte, während Tatonka mich etwas an Injun-Joe Listens to Wind aus den Dresden Files erinnerte und ich Mai Li vor meinem inneren Auge als Melinda May aus S.H.I.E.L.D. hatte, mein inneres Kind immer lachen musste, wenn der Unhold ein müdes „och nö“ von sich gab, verflog die Zeit und ich war am Ende angelangt. Eigentlich schade, denn ich hätte gern noch sehr viel weiter gelesen.

Fazit

Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich bei diesem Buch einlasse. Das Cover gefällt mir so wahnsinnig gut und allein die Tatsache, dass es in Deutschland (i.e. Köln) handelt, hatte mich veranlasst, es bei Feder & Schwert anzufragen, die es mir, obwohl mein Blog ja noch ganz jung ist, netterweise zur Verfügung gestellt haben. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch mal von ganzem Herzen bedanken. Dass das Buch es aber auch schafft mich zu überzeugen und zu fesseln, mich laut auflachen zu lassen und mit Bedauern am Ende festzustellen, dass ich schon fertig bin mit lesen, das hatte ich in aller Ehrlichkeit nicht erwartet. Und auch wenn es mit einem Sir Terry oder einem Douglas Adams nicht auf gleicher Ebene mithalten kann, so ist es doch eine gelungene Hommage an diese Großmeister der brillianten Skurrilität und ich könnte mir vorstellen, dass weitere Romane aus der Feder von Hagen Haas durchaus das Potenzial haben, in dieser Riege mitzumischen. Freuen würde ich mich darüber auf jeden Fall und auf die nächsten Werke des Autors bin ich schon sehr gespannt.

Bewertung

 

Anmerkung: Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären.

Danke an den Verlag, den ich hier verlinken möchte – Feder&Schwert

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