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Favorite Fictional Characters In Books

Die liebe Katja von Zwischen den Seiten hat in ihrem aktuellen Blogpost nach den Lieblingsfiguren in Büchern gefragt. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich grundsätzlich dazu neige, ausschweifend begeistert und wild gestikulierend drauf loszuplappern, wenn man bei mir ein heißgeliebtes Thema anpiekst, aber der eine oder andere Mensch in meinem Umfeld klappt manchmal ganz fix den Mund zu, nachdem eine solche Frage daraus hervorgeschlüpft ist in der Hoffnung, dass ich es nicht mitbekommen habe und ergibt sich danach doch dem Schicksal meinen Redeschwall hinzunehmen. Also, das passiert wirklich ganz selten. Ehrlich. Ich schwör.

Fangen wir also mal an….

Waldo Butters

aus Jim Butcher’s – The Dresden Files / Die Dunklen Fälle des Harry Dresden-Reihe

Waldo ist 37, höhenmäßig etwas eingeschränkt, Single, arbeitet als Leichenbeschauer und steht auf Polka

“Screw up my life?“ He stared at me for a second and then said, deadpan, „I’m a five-foot-three, thirty-seven-year-old, single, Jewish medical examiner who needs to pick up his lederhosen from the dry cleaners so that he can play in a one-man polka band at Oktoberfest tomorrow.“ He pushed up his glasses with his forefinger, folded his arms, and said, „Do your worst.” (Dead Beat, Jim Butcher)

Er will kein Held sein. Er hat tiefsitzende Prinzipien und Ideale, denen er treu bleibt. Er ist durch und durch ein Nerd. Er ist einfach wahnsinnig sympathisch ohne zu sehr die klassischen Nerd-Klischees zu erfüllen. Sein Humor ist trocken und intelligent und im Gegensatz zu vielen Buchfiguren weiß er, wer er ist, was er kann und neigt nicht zu Überschätzung.

Ich.liebe.Waldo.Butters!!!Eins11

Peter Grant

aus Ben Aaronovitch’s Rivers of London / Die Flüsse von London-Reihe

“Could it have been anyone, or was it destiny? When I’m considering this I find it helpful to quote the wisdom of my father, who once told me, „Who knows why the fuck anything happens?” (Midnight Riot, Ben Aaronovitch)

Peter ist eine tolle Romanfigur. Abgesehen von seiner großen Klappe und dem offensichtlichen absolut trockenen britischen Humor, ist auch Peter eine Figur, die weiß, wer ist und sich nicht auf irgendwelchen Dramen der Kindheit und Jugend ausruht, die Autoren ihren Figuren gern andichten, um sie interessanter und emotional labiler zu machen. Nope, no drama here! Und das ist einfach nur herrlich erfrischend. Er ist erwachsen und trotzdem Kind im Herzen. Er stellt sich dem Leben und seinen Problemen ohne davor wegzulaufen. Und auch als seine Partnerin schwer verletzt wird und ihm später in den Rücken fällt, selbst dann macht er unbeirrt weiter ohne über endlos-lange Seiten hinweg rumzujammern, dass es doch seine Schuld sei und er sich rächen muss und blabla. Ihr wisst schon, das ausgelutschte eindimensionale Bild des typisch männlichen Helden, dem keine Option gegeben wird, außer mit Hilfe körperlicher Gewalt und Waffen Gerechtigkeit zu üben. Und so ganz nebenbei ist er auch nicht der stereotype Weiße sondern als Sohn eines weißen Vaters und einer afrikanischen Mutter mixed-race.

Hermione Granger

aus der Harry Potter-Reihe von J.K. Rowling

“Assuming I survive our hunt for the Horcruxes, I’ll find Mum and Dad and lift the enchantment. If I don’t – well, I think I’ve cast a good enough charm to keep them safe and happy. Wendell and Monica Wilkins don’t know that they’ve got a daughter, you see.” Harry Potter and the Deathly Hallows, J.K. Rowling

Hermione ist der Wahnsinn! Ehrlich mal, ohne sie wären Harry und Ron aufgeschmissen gewesen. Ihre Intelligenz, ihr Wissensdurst, ihr manchmal wirklich nerviger Ehrgeiz, das alles macht sie zu einem tollen Vorbild für Kinder. Aussehen ist nicht wichtig. Wissen ist wichtig. Und neben all dem Wissen sind es auch Freundschaft und Loyalität, die über oberflächlichen Dingen stehen. Und selbst als Ron die beiden im 7. Band im Stich lässt, bleibt sie bei Harry, weil sie weiß, dass die große Mission nicht aufgrund verletzter Gefühle und verletztem Stolz gefährdet werden darf. Ich wünschte, alle Kinder würden sie sich als Vorbild nehmen und dadurch zu tollen Erwachsenen heranwachsen. Und auch viele Erwachsene können sich eine Scheibe von ihr abschneiden. Die einzige Figur, die ich genauso sehr liebe ist…

Luna Lovegood

aus der Harry Potter-Reihe von J.K. Rowling

“I think I’ll just go down and have some pudding and wait for it all to turn up – it always does in the end.” Harry Potter and the Order of Phoenix, J.K. Rowling

Luna ist der Freak, den jeder in der Schule oder seinem Leben mal kennengelernt hat. Der merkwürdige Außenseiter, der offensichtlich einige Schrauben locker hat und durch seine Exzentrik belächelt wird und andere eher abschreckt. Dabei zeigt JKR ganz deutlich, was dahinter steckt, wenn man sich doch erstmal die Mühe macht, an der Oberfläche zu kratzen. Luna ist eine tolle Figur. Sie steht absolut unerschütterlich hinter dem, was sie glaubt, egal wie verrückt es erscheint. Dabei kann man schnell übersehen, dass genau darin ein unglaubliches Potential steckt, denn es bedeutet, dass auch eine unerschütterliche Loyalität entstehen kann und man sich auf Luna verlassen kann, egal was kommt. Von allen Figuren in allen Büchern ist sie die Figur, mit der ich mich am meisten identifiziere auch wenn ich lieber ein Mix aus Hermione Granger und Peter Grant wäre…also, irgendwie! Das einzige, was bei mir ewig gebraucht hat, sich zu entwickeln war Luna’s bereits vorhandene Zufriedenheit mit sich selbst. Sie sah nie die Notwendigkeit sich verstellen zu müssen oder sich anzupassen. Darum beneide ich sie schon sehr, denn ich habe selbst viele Jahre verschwendet, anders sein zu wollen als ich bin und es hat lang gedauert, bis ich erkannt habe, dass so wie ich bin völlig ok ist und die Meinung anderer Leute mir egal sein kann. Deswegen hoffe ich auch hier, dass Luna für viele Kinder ein Vorbild sein wird.

Samwell Tarly und Tyrion Lannister

aus A Song of Ice and Fire / Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin

Und ja, hier beziehe ich mich auf die Bücher. Die Serie habe ich nur bis zur „purple wedding“ gesehen, alles danach schaue ich vielleicht irgendwann mal.

Beide Figuren sind so grundverschieden und haben doch so einiges gemein. Sam ist ein selbst-ernannter Feigling, der sich lieber in Büchern vergräbt, als sich der Realität zu stellen. Trotzdem bekommt er die Gelegenheit, sich selbst zu beweisen und zu zeigen, dass mehr in ihm steckt als er selbst glaubt. Tyrion ist allein aufgrund seines Aussehens schon das schwarze Schaf der Familie und hat ebenso wie Sam eine Leidenschaft für Bücher. Tyrion ist schlagfertig und charmant, er macht sich nichts vor, was die Leute in ihm sehen. Sam ist schüchtern und tollpatschig, sein Selbstbewusstsein ist äußerst schlecht und während Tyrion mit seiner Wortgewandtheit versucht zu überleben, versteckt Sam sich in Kellern und Archiven hinter Büchern. Bis…ja bis beide sich doch den Dingen stellen müssen. Beide sind in der ganzen Roman-Reihe meine liebsten Figuren und sehr ans Herz gewachsen. Ich hoffe, GRRM lässt uns irgendwann daran teilhaben, wie ihre Geschichte gedruckt weitergeht. Im Fernsehen werd ich es mir erst nach Abschluss der Romanreihe anschauen. Die Bücher sind mir dafür zu wichtig.


Wie sieht es denn bei Euch aus? Welche sind Eure liebsten Romanfiguren und warum?

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