Das King-Projekt Rezension

Menschenjagd – Richard Bachman

Nach „Der Fluch“ ging es gleich nahtlos weiter mit „Menschenjagd“.


Worum geht’s?

Ben Richards bewirbt sich bei der „Games Federation“ als „Running Man“. Die Spielregeln: Er bekommt täglich Geldprämien dafür, daß er von professionellen Menschenjägern unter der Mithilfe des Fernsehpublikums gejagt wird. Das ganze Land ist aufgerufen, den „reißenden Wolf“ zu hetzen, und wenn möglich, auch zu töten…

Meinung

Ich glaube, jeder hat schon mal von dem Film „Running Man“ gehört, der sehr lose auf diesem Roman basiert. Für mich persönlich sind beides zwei verschiedene Dinge. Während der Film gute Unterhaltung ist, ist das Buch „Menschenjagd“ doch ein Stück weit düsterer und beängstigender. „Menschenjagd“ ist der vierte Roman, den King unter seinem Bachman-Pseudonym veröffentlicht hat, und er zweite, der sich im Bereich der Dystopie bewegt. Wenn man die Geschichte mit dem, was heute so passiert, vergleicht, dann möchte man am liebsten einen eine ganze Flasche Schnaps trinken, um das Ganze erstmal sacken zu lassen. Die Grundstimmung ist äußerst düster und kritisch.

Dabei schafft King es erneut, den Leser bis zum Schluss bei der Stange zu halten und man fühlt mit ihm mit, hofft und bangt. Ich möchte dabei nicht zuviel verraten, weil die Geschichte auch davon lebt, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wie es ausgehen wird, auch wenn man zusammen mit Ben Richards die Ausweglosigkeit erahnt und die Verzweiflung mit jeder Zeile mehr spürt.

Es ist ein tolles Buch. Während fast alle Nebenfiguren eher gesichtslos bleiben, was zu der allgemeinen Einstellung der Gesellschaft im Buch passt, bekommt Ben Richards ein Gesicht und eine Identität. Selbst seine Gegenspieler sind eigentlich nichts anderes als jederzeit austauschbare Figuren, die genau wie Richards selbst nur ein Teil des großen Ganzen sind, und wie der Rest der Menschheit auch ums Überleben kämpft, jegliche Moral dabei verdrängt von medialer Gehirnwäsche.

Fazit

Ich glaube, mein einziger Kritikpunkt ist, dass man nicht erfährt, welche Auswirkungen Richards‘ Handeln auf die Gesellschaft im Buch haben wird nach dem Ende der Geschichte, aber ich denke, dass gerade dadurch die Phantasie des Lesers weiter beflügelt wird und man doch noch so einige Zeit darüber nachdenken muss. Definitiv ein tolles Buch.

Bewertung

 

3 Comments

  1. Hier kenne ich nur den Film – der war damals ganz gut. Aber das Buch klingt auch sehr interessant – ich habe ein mal Bachmann gelesen – Ähhmm….weiss nicht mehr – Todesmarsch oder Sprengstoff – kein Plan – der Plot kommt mir bei allen gerade total unbekannt vor….ist aber auch schon fast 30 Jahre her. Der hat mir nicht so gut gefallen – aber wie wir ja schon hatten – heute wirken sie irgendwie anders.

    1. Das Buch ist sehr viel anders als der Film. Für mich muss man beides wirklich losgelöst voneinander betrachten als eigenständige Werke. Ich fand Kings Ausflug in die Dystopie doch wirklich sehr gelungen.

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