Babylons Asche (Expanse #6) – James Corey

„Babylons Asche“
Originaltitel: Babylon’s Ashes
Autor: James Corey
624 Seiten / eBook
EAN: 9783641164966
Verlag: Heyne

Worum geht’s?

Kriege beginnen mit Wut. Nachdem die Menschheit das Sonnensystem besiedelt und mit der Ausbeutung der Ressourcen seiner Planeten, Monde und Asteroiden begonnen hat, fanden sich die Menschen im äußeren Asteroidengürtel, am falschen Ende der Nahrungskette. Sie, die sich selbst die Gürtler nennen, wurden als billige Arbeiter ausgebeutet und in den Machtspielen zwischen der Erde und dem Mars aufgerieben. Jetzt treibt sie eine unbändige Wut. Seitdem das Protomolekül erschienen ist und die Inneren Planeten in einen Krieg gestürzt hat, haben sie das Chaos ausgenutzt, und einige ihrer Terroranschläge haben die Erde beinahe vernichtet. Tausende Schiffe versuchen panisch, durch ein neu entstandenes Portal aus dem Sonnensystem zu fliehen – und geraten in die Fänge der Terroristen. Doch dieser Krieg muss enden, und wieder einmal ist es an James Holden und der Crew seiner Rosinante, noch größeres Unglück zu verhindern …

Meinung

Auch wenn ich sagen muss, dass Band 6 der Expanse-Reihe nach dem vorherigen eher schwach ausfällt, so hat er mir trotzdem riesig gefallen. Es ist aber auch schwer, die sich überschlagenden Ereignisse in Nemesis Spiele zu toppen. Vielleicht ist es auch nicht verkehrt, dass man etwas Möglichkeit zum Durchatmen bekommt, denn nachdem ich jetzt auch schon mittendrin in Band 7 stecke, war die Verschnaufpause gar nicht so schlecht abgepasst. Nach dem Ende von Band 5 war einfach nichts mehr so wie es war im bekannten Universum. Die Erde ist zerstört und die Gürtler bringen ihre Wut durch pure Gewalt zum Ausdruck. Was Marco Inaros aber offenbar nicht bedacht hat ist, dass einige seiner Gefolgsleute in der Freien Raummarine dem idealen Traum von wahrer Freiheit und Selbstbestimmtheit der Gürtler folgen und er mit seinem Narzismus und seiner Rücksichtslosigkeit bei ihnen bald nicht mehr landen kann. Entsprechend wechseln einige seiner Anhänger die Seiten und auch die ‚kleinen‘ Leute auf den Asteroiden und Stationen erkennen sehr bald, dass die Ressourcen der Erde nicht unwichtig gewesen sind.

Natürlich mischt die Rosinante wieder kräftig mit und Marco Inaros‘ Besessenheit von Naomi Nagata nimmt extrem erschreckende Ausmaße an. Crisjen Avasarala ist ebenfalls mit von der Partie und seien wir ehrlich, sie ist einfach eine coole, knallharte Socke. Ich liebe diese Frau. Ihr persönlicher Verlust hat mich sehr tief getroffen, aber ich fand ihren Umgang damit einfach nur extrem bewundernswert.

Auch von Bobby Draper bekommen wir mehr und Clarissa Mao aka Peaches wächst mir auch immer mehr ans Herz. Das Band, dass Peaches und Amos verbindet, scheint einfach unsagbar stark zu sein und das hat mir richtig gut gefallen.

Ebenfalls wieder auf der Bildschirmfläche erschienen Captain Michio Pa aus Band 3, Abaddons Tor, die ihr eigenes Schiff und ihre eigene Crew mit dabei hat.

Die Handlung lässt sich kurz und knackig zusammenfassen: Inaros und seine Freie Raummarine betreiben weiterhin den Feldzug gegen die Inneren Planeten und alle, die keine Gürtler sind. Besonders die Erde kämpft nach den verheerenden Angriffen in Band 5 ums nackte Überleben und der Mars fragt sich noch immer, wie jemand seine halbe Flotte unbemerkt stehlen konnte. Inaros und seine FRM kapern Kolonistenschiffe, die durch den Ring zu den neuen Welten reisen wollen; setzen die Besatzungen fest und ‚beschlagnahmen‘ deren Vorräte, die den Gürtlern zugute kommen sollen…. was sie natürlich nicht tun. Deswegen gibts dann auch ein paar der Seitenwechsel. Es wird schnell klar, dass ohne die Ressourcen der Erde und des Mars die Gürtler auf lange Sicht keine Überlebenschance haben werden, denn ein in sich geschlossenes System kann sich nur für begrenzte Zeit erneuern bis Luft, Wasser und Nahrung knapp wird. Dass nach einem erwarteten großen Showdown, der gar nicht so groß und spekatulär ausfällt, wie erwartet, die Positionen neu verhandelt werden müssen, steht außer Frage. Es verspricht auf alle Fälle mehr für den nächsten Band und deutet im Epilog an, dass auch von den Welten, die durch das Ringportal neu besiedelt wurden, noch einiges kommen wird.

Babylons Asche ist für den Leser eine Verschnaufpause. Man könnte sicherlich bemängeln, dass die Reaktion auf die Zerstörung der Erde nicht ansatzweise emotional genug angegangen wurde, aber ich persönlich empfand das nicht als störend. Auch die Figuren waren meiner Meinung geschrieben wie bisher und ich habe mich wieder sehr sehr gern mit ihnen durch die Geschichte bewegt.

Fazit

Während Nemesis Spiele noch den totalen Wow-Effekt hatte, geht’s in Babylons Asche wesentlich ruhiger zu. Das ist nicht unbedingt schlecht und hat mich nicht ansatzweise gestört. Auch wenn in der Wertung ein Punkt Abzug ist im direkten Vergleich zum Vorgänger, so gibt es doch auch für diesen Band eine klare Lesempfehlung.

Bewertung

 

Meine bisherigen Rezensionen zur Expanse-Reihe:

 

 

1000 Fragen an mich selbst, Teil 17 – Die Reime-Edition


Eine Aktion von Pinkepank Heute gibt es Teil 17 und die Fragen 321 bis 340 von mir. Meine Vorgängerposts habe ich hier verlinkt:

Teil 1: Fragen 01 – 20
Teil 2: Fragen 21 – 40
Teil 3: Fragen 41 – 60
Teil 4: Fragen 61 – 80
Teil 5: Fragen 81 – 100
Teil 6: Fragen 101 – 120
Teil 7: Fragen 121 – 140
Teil 8: Fragen 141 – 160
Teil 9: Fragen 161 – 180
Teil 10: Fragen 181 – 200
Teil 11: Fragen 201 – 220
Teil 12: Fragen 221 – 240
Teil 13: Fragen 241 – 260
Teil 14: Fragen 261 – 280
Teil 15: Fragen 281 – 300
Teil 16: Fragen 301 – 320

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1000 Fragen an mich selbst, Teil 16 – Die Gif-Edition!

Eine Aktion von Pinkepank Heute gibt es Teil 16 und die Fragen 301 bis 320 von mir.  Meine Vorgängerposts habe ich hier verlinkt:

Teil 1: Fragen 01 – 20
Teil 2: Fragen 21 – 40
Teil 3: Fragen 41 – 60
Teil 4: Fragen 61 – 80 
Teil 5: Fragen 81 – 100
Teil 6: Fragen 101 – 120
Teil 7: Fragen 121 – 140
Teil 8: Fragen 141 – 160
Teil 9: Fragen 161 – 180
Teil 10: Fragen 181 – 200
Teil 11: Fragen 201 – 220
Teil 12: Fragen 221 – 240
Teil 13: Fragen 241 – 260
Teil 14: Fragen 261 – 280
Teil 15: Fragen 281 – 300

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schreiberische Gedankenschnipsel – Omega

Omega schlug die Augen auf. Es war kurz nach sechs. Die Nacht begann, dem Tage Platz zu machen und die Dunkelheit wich einer grauen Dämmerung, die wie immer den Rest des Tages vorherrschen würde.

Es war noch alles still in Habitat 284/B9 und Omega wusste nicht so recht, was es geweckt hatte. Es überprüfte die innere Uhr, aber ein kurzer Systemcheck bestätigte die fehlerfreie Funktion.

Merkwürdig.

Seit Omega denken konnte, begann sein Tag halb sieben. Immer! Omega überlegte kurz, ob es jemandem davon erzählen sollte, aber was sollte das bringen? Es dachte kurz nach, kam jedoch zu keinem wirklichen Schluss.

23 Minuten bis halb sieben. Was sollte es nur tun? Die Morgenroutine bestand aus neun Minuten persönlicher Hygiene und 6 Minuten Nahrungsaufnahme. Pünktlich um 6:45 Uhr würde sich die Tür der Subeinheit des Habitats öffnen und Omega würde mit allen anderen Bewohnern hinaus treten und seinen Dienst beginnen.

Ein dumpfes Geräusch riss Omega aus seinen Gedanken und es lauschte kurz. Nichts. Es setzte sich auf und blickte sich um. Auf den 6qm der Subeinheit lebte Omega schon immer. Seine schmale Ruhevorrichtung befand sich in einer Ecke. Der Nahrungsversorger war in der Wand gegenüber eingelassen direkt neben der Hygienekabine. Am Kopfende der Ruhevorrichtung gab es ein Fenster, dessen milchige Scheiben den Blick nach draußen verwehrten. Im Moment war dies auch die einzige Lichtquelle im Raum. Die Beleuchtung würde erst um 6:30 Uhr angehen.

Das dumpfe Geräusch ertönte wieder und dieses Mal konnte Omega auch die Richtung ausmachen, aus der es kam. Von der Tür. Omega überlegte kurz, ob es dem Geräusch folgen sollte. Noch immer waren es 20 Minuten bis halb sieben. Was konnte um diese Uhrzeit nur die Quelle des Geräusches sein?

Vorsichtig setzte Omega seine Füße auf den Boden und stand auf. Als es sich der Tür näherte, ertönte ein leises Klicken und die Tür schaltete in den Öffnungsmodus. Omega erstarrte. Die Tür war offen. Sie war nie offen um diese Zeit. Sie schwang nicht zur Seite, wie sie es sonst um 6:45 Uhr tat, aber sie hatte sich einen Spalt geöffnet.

Omega wartete, was passieren würde, aber es tat sich nichts. Die Tür blieb den Spalt offen und das dumpfe Geräusch war nun etwas weniger dumpf. Unschlüssig stand Omega am Ende der Ruhevorrichtung. Irgendetwas stimmte nicht. Omega überprüfte seine inneren Funktionen. Der Schlag beider Herzen war eindeutig erhöht und in der Gegend seines Nahrungsspeichers spürte es ein leichtes Kribbeln.

Vorsichtig setzte es einen Fuß nach vorn, ließ den zweiten und kurz darauf den dritten folgen. Nach drei weiteren Schritten war es an der Tür angekommen. Das nicht mehr ganz so dumpfe Geräusch war nun noch etwas deutlicher. Omega lauschte. Dann hob es seinen rechten Arm und legte die Hand an die Tür. Es lehnte den Kopf nach vorn und spähte durch den Spalt. Der Gang vor der Subeinheit war nur schwach beleuchtet. Die Tür der Subeinheit gegenüber war noch fest geschlossen. Es drehte den Kopf etwas hin und her, presste sich näher an die Tür, aber so sehr es auch versuchte, etwas zu sehen, da war nur der altbekannte Gang des Habitats. Omega dachte erneut kurz nach. Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht. Sollte es Meldung machen? Die zuständige Psi würde um diese Zeit sicherlich auch noch ruhen. Eigentlich wusste Omega gar nicht so recht, wer überhaupt um diese Zeit schon den Ruhezyklus beendet hätte. Darüber hatte es noch nie nachgedacht.

Aber war jetzt die richtige Zeit, darüber nachzugrübeln? Würde eine Psi eigentlich wissen wollen, dass ein Omega bereits weit vor dem Ende des Ruhezyklus wach war? Sicherlich würde sie eher verärgert reagieren ob einer solchen Nichtigkeit.

Omega entschied sich gegen eine Meldung und schob die Tür vorsichtig weiter auf. Es zögerte den Bruchteil einer Sekunde und trat dann hinaus in den Gang. Seine Tür war in der Tat die einzig geöffnete. Alle anderen waren noch fest verschlossen.  

Omega schaute in beide Richtungen den Gang entlang. Das dumpfe Geräusch schien sich zu entfernen. Omega legte den Kopf zur Seite und lauschte. Das Geräusch ähnelte Schritten aber irgendwie auch nicht. Es entfernte sich aber definitiv.

Sollte es folgen? Was wäre wenn Omega folgte und dadurch seinen Dienst verpasste? War es eigentlich verboten vor Ende des Ruhezyklus seine Subeinheit zu verlassen? Auch darüber hatte Omega noch nie nachgedacht. Es war einfach immer logisch gewesen, den Ruhezyklus für die Ruhe zu nutzen. Warum sollte ein Omega das nicht tun? Was sonst sollte ein Omega tun? Immerhin war es logisch nach Verrichtung seines täglichen Dienstes ins Habitat zurückzukehren und zu ruhen. Omega grübelte weiter und vergaß dabei gänzlich, dass es eigentlich dem Geräusch folgen wollte.

Guten Morgen, Omega. Der Ruhezyklus ist beendet. Die inneren Organe funktionieren außerhalb der vorgegebenen Parameter. Bitte begib dich vor Dienstantritt zur Wartung auf Ebene 7.

Omega zuckte zusammen. Seine beiden Herzen schlugen viel zu schnell. Es trat zurück in seine Subeinheit und schob die Tür wieder zu. Es war noch viel zu jung für eine Wartung. Die erste Wartung wäre erst in weiteren 789 Ruhezyklen fällig. Und dieses merkwürdige Kribbeln in seinem Inneren. Omega blickte auf seine Hände. Sie zitterten. Alle vier.

Omega war noch nie auf Ebene 7 gewesen. Jetzt, wo es darüber nachdachte, war es noch nie woanders gewesen als auf Ebene 9 seines Habitats und Ebene 17 des Produktionsbereiches.

Und noch nie zuvor hatte die Psi am Morgen die Funktionen von Omegas Organen mitgeteilt. Eine Guten-Morgen-Nachricht gab es nach jedem Ruhezyklus. Noch nie zuvor hatte die Psi mehr gesagt. Omega grübelte weiter, verschlang zwei Hände vor sich und zwei hinter sich und begann die 6qm seiner Subeinheit auf und ab zu gehen.

6:45 Uhr schwang die Tür auf. Omega blickte auf und zögerte etwas. Die Tür gegenüber War ebenfalls offen und sein Kollege war schon auf den Gang hinaus getreten

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